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Jakob


Jakob

ein Anfang
ein Geheimnis
eine Entscheidung
eine Herausforderung
ein Grund zum Staunen
eine Trotzschrei des Lebens

>Frank Fischer<


Dezember 2008: Endlich ist er da, unser Jakob! Nach dem errechneten Termin 10 lange Wartetage, und dann konnte es schneller kaum gehen… wenn nur die Nabelschnur nicht mehrmals um den Hals gewickelt gewesen wäre. Die ersten Blicke – hellwach und erstaunt. Und auch später – aus großen Augen wird die Welt erkundet. Jakob schläft nur widerwillig. Man könnte vom Leben ja etwas verpassen.

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Jakob hält nicht besonders viel vom Autofahren, liebt dafür teils ungewöhnliche Plätze in Fortbewegungsmitteln…

IMGP0751 (2)Jakob 304 Karfreitag Bursfelde-Bodenfelde

Mai 2009: Inzwischen ist Jakob weit herumgekommen. Nach Besuchen bei Großeltern, Tanten und Freunden hat er sogar 10 Tage in Philadelphia zur Vorbereitung unseres Umzugs bravourös gemeistert. Jakob öffnet in den USA die Herzen aller – sogar das des Grenzbeamten…

Nachdem er bereits im Februar gelernt hat, sich vom Bauch auf den Rücken zu drehen, gelingt dies nun auch umgekehrt – was für eine neugewonnene Bewegungsfreiheit! Sich drehend und (v.a. noch rückwärts) robbend erobert Jakob nun den Raum und musste bereits aus diversen Zwischenräumen unserer Wohnung geborgen werden. Ein TrippTrapp hält Einzug in unsere Wohnung. Jakob sitzt vom ersten Moment an auf seinem Hochstühlchen, wie wenn es nie etwas anderes gegeben hätte.

Jakob 367Philadelphia-Mai09 119Jakob 378Philadelphia-Mai09 024Philadelphia-Mai09 1365Philadelphia-Mai09 1443

Was eine Kinderseele
aus jedem Blick verspricht!
So reich ist doch an Hoffnung
ein ganzer Frühling nicht.

>August Heinrich Hoffmann von Fallersleben<


August 2009: Jakob ist inzwischen getauft (für einen Bericht und Bilder hier klicken). Auch über unseren wunderbaren Norwegenurlaub berichten wir an anderer Stelle. In Norwegen gelingt das Robben schließlich auch vorwärts. Mit einem schelmischen Grinsen steuert Jakob seitdem bevorzugt die „verbotenen Ecken“ unserer Wohnung an… Jakob sitzt sicher und beginnt, sich an Gegenständen zumindestens auf die Knie hochzuziehen.

Norwegen2009 050Jakob und der Sand

Februar 2010: Die Monate vergehen. Inzwischen ist Jakob dem Säuglingsalter entwachsen. Als wir im September 2009 nach Philadelphia gezogen sind, hat sich Jakob noch überwiegend robbend fortbewegt. In den Playgroups, an denen er teilnimmt, lernen wir, dass man das hier „crawling like a soldier“ nennt… Im Laufe des Herbstes wird das aber durch richtiges Krabbeln abgelöst, unsere Wohnung ist also wieder entmilitarisierte Zone. Jakob geht immer sicherer an Gegenständen entlang, klettert auf das Sofa und dessen Lehnen. So ziemlich das erste, was Jakob in unserer neuen Wohnung erkundet, ist die Treppe. Im Dezember steht Jakob frei, erste freie Schritte gelingen. Aber noch ist das Krabbeln einfach schneller…

Jakob fängt immer mehr an zu plappern. Immer öfter kommt scheinbar im richtigen Zusammenhang „Mama“, vielleicht auch „Papa“. So etwas wie „Aua“ produzierte Jakob schon im September – immer an der richtigen Stelle seines Lieblingsbuches, an der das sehr unfreundliche Krokodil wegen Zahnschmerzen „Aua“ ruft. Ein weiteres Buch verhalf zum „Quak“, denn in Kasper Mützes Wohnzimmer hängt das Bild eines Frosches an der Wand. Und wer Hunde so sehr liebt wie Jakob, kann natürlich auch „Wauwau“ sagen.

Eine von Jakobs Lieblingsbeschäftigungen ist Bücher anschauen. Während unserer Deutschlandreise hat er sogar gelernt, Bücher richtig herum zu halten. Manchmal sitzt er minutenlang in einer Ecke und „liest“ ein Buch. Ein andermal zieht er ein Buch nach dem anderen aus seinem Regal und liest diese im Turbogang, um sich ein stetig wachsendes Büchermeer…

Jakob feierte in der Zwischenzeit seinen ersten Geburtstag und sein 2. Weihnachtsfest. Was für ein Unterschied zu Weihnachten 2008! Damals freuten wir uns gerade über das erste reaktive Lächeln, heute ist unser Jakob stolzer Besitzer eines echten deutschen Bobbycars…

Am liebsten ist Jakob dort, wo viele Kinder sind. Seine besten Freunde sind Linus und Gavin in Philadelphia, und natürlich Lukas und sein großer Cousin Ilijas in Deutschland.

Mai 2010: In den vergangenen Monaten hat Jakob einen Entwicklungsfortschritt nach dem anderen genommen: Seit Mitte März läuft er frei und schläft nachts meist durch. Seit April erliegt Jakob der Faszination der Wörter. Neben Mama, Papa, Woofwoof lernte Jakob heiß, Eis, Nase, Wasser, Giraffe (Gasse), Akkoo(b), Opa, Oma (obwohl „nur“ über Fotobücher und nur teilweise via Skype visualisert), und so manches mehr. Hubschrauber und Flugzeuge, Straßenbahnen und Busse, alle Tiere (momentan neben den Giraffen v.a. Vögel), Autos, etc. sind mehr als interessant. Holzpuzzles (2 von Oma zu Weihnachten geschenkt und eins noch aus Deutschland mitgebracht – damals ein Geschenk von Matheo) werden nun nicht nur umgedreht und die Teile herumgeworfen oder -getragen. Jakob schafft es, die Teile auch wieder an seinen Platz zu legen. Mit Bauklötzchen werden kleine Türme gebaut… Wir sind ja so stolz auf unseren Jakob!

Jakob hat von Anfang an meist sehr gut gewusst, was er will, bzw. was nicht . Die ersten „Ich-habe-nicht -bekommen-was-ich-wollte“-Trotzanfälle mussten wir inzwischen über uns ergehen lassen. Zum Glück ist Jakob aber meist ein fröhliches Kind. Linus und Jakob sind inzwischen richtig dicke Freunde geworden.

Seit Anfang Mai geht Jakob in den Kindergarten. Noch gelingt der Abschied nur mit einem (kurzen) Geschrei. Nach 3 Stunden konnten wir aber bisher immer ein vergnügtes Kind abholen. Die Kindergärtnerinnen (werden hier „Teacher“ genannt) haben unseren „Blond Cutie“ bereits ins Herz geschlossen.

November 2010: Die Kindergartenzeit wurde inzwischen von täglich 3 auf 4 Stunden verlängert. Jakob geht gerne in den „Gaka“. Dort ist er ein eher stilles, aber bei Teachern und den anderen Kindern beliebtes Kind. Die Teacher waren zuerst etwas verunsichert, weil Jakob überhaupt nicht redete. Inzwischen hat Jakob dort eine Freundin und mit dieser führt er wohl lange Dialoge in der Jakobinisch-Freundinischen Sprache. Auch die Freundschaft mit Linus könnte dicker wohl kaum sein. Freundin Baby (Linus‘ Schwester) gehört ebenfalls zum engsten Freundeskreis. Tage, an denen Linus und Baby auf dem Spielplatz getroffen werden oder gar gegenseitiger Besuch erfolgt, gehören eindeutig zu den besseren Tagen. Mehrmals am Tag laufen zu Hause Dialoge in dieser Art ab: „Bis?“ (=Linus) – „Der Linus ist bestimmt auch gerade aufgestanden und frühstückt jetzt.“ – „Baby?‘ – „Baby bekommt wahrscheinlich gerade ein Gläschen mit Brei.“ Neuerdings kommt dann manchmal noch dazu: „Baby. Wein.“ (=Das Baby weint) – „Nein, dem Baby geht es bestimmt sehr gut!“ Jakob mit seinen besten Freunden:

In den vergangenen Monaten sind wir viel gereist: Jakob war in New Orleans und in Louisiana, am Grand Canyon und in Arizona, an der New Jersey Shore und zum 2. Mal in New York City (für ausführliche Berichte bitte dem entsprechenden Link folgen). Außerdem war Jakobs Cousin Meško beinahe 4 Wochen zu Besuch. „Messch“ hat in Jakobs Zimmer gewohnt und wurde schnell ins Herz geschlossen. Noch heute (beinahe 2 Monate später) spricht Jakob von „Messch“, wenn er den Basketball sieht, den Meško aus Platzgründen im Reisegepäck nicht mit nach Deutschland genommen hat.

Jakob war auch das erste Mal richtig krank und hat sogar knapp 2 Tage im Krankenhaus verbringen müssen.

Bücher gehören weiterhin unverzichtbar zum Alltag:

Besuche im Philadelphia Zoo sind inzwischen fester Bestandteil in Jakobs Leben geworden. Dabei ist der größte Teil des Zoos für Jakob völlig uninteressant. Besucht werden muss die „Atte“ (=Giraffe), die im Frühling Nachwuchs („Baby-Atte“) bekommen hat, längere Zeit verbringt Jakob auch gerne bei den Affen. Spätestens dann muss aber das möglicherweise viel wichtigere Zoo-Begleitprogramm erfolgen: Karussell-Fahrt, Reiten auf dem Pferd und/oder Kamel, … und v.a. Pommes essen. Auch der Zooballoon ist eine wirkliche Attraktion. Der Zooballoon ist ein Heißluftballon, der an einem langen Seil aufsteigt, einige Minuten in der Luft bleibt und einen tollen Ausblick auf den Zoo und Philadelphia liefert. Allerdings sind die Wartezeiten hier oft sehr lang, so dass wir meist versuchen, außer Sichtweite des Balloons zu bleiben. Immer wenn wir über den Zoo sprechen, sagt Jakob „ball“ (in englicher Aussprache, meint damit den  Balloon) und deutet auf seinen Handrücken, denn mit jeder Balloon-Fahrt bekommt man eine Stempel dorthin.

Dass wieder einmal Halloween war, ist an den Freundschaftsbildern zu erkennen. Weitere Halloween 2010-Bilder finden sich hier.

Der Dezember ist Jakobs ganz besonderer Feiermonat. Der Monat beginnt mit Jakobs Geburtstag und endet mit Weihnachten. In diesem Jahr kommen Oma und Opa aus Deutschland zu Besuch, um mit uns Jakobs 2. Geburtstag zu feiern:

Der skeptische Blick auf den Weihnachtsbaum und die Geschenke verflüchtigt sich schnell. Trommel, Lego und Puzzle zählen auch Monate später noch zu Jakobs wichtigsten Spielsachen. Kurz nach Weihnachten kommt Tante Maria für ein paar Tage zu Besuch. „Ia“ wird sofort als Lieblingstante ins Herz geschlossen.

Im Januar 2011 bekommt Jakob ein Schwesterchen: Johanna. Jakob liebt Johanna sehr. Von Anfang an möchte er mit ihr spielen, sie halten, mit ihr tanzen, sie streicheln, … Natürlich muss Johanna aber auch so einiges aushalten. Ein paar Monate später ist nicht selten zu beobachten, wie Johanna mühsam die 50 cm bis zum „Opa-Auto“ (Lieblingsspielzeug beider Kinder) zurücklegt, das Auto kaum in Händen hält und Jakob es ihr postwendend aus den Händen reißt. Der elterliche Protest führt dann meistens dazu, dass Jakob gleichsam im Tausch Johanna einen anderen Gegenstand in die Hände drückt – meistens etwas, das zumindest zu diesem Zeitpunkt für beide Kinder völlig uninteressant ist…

Jakob entwickelt sich im Frühling 2011 zum wahren Puzzlemeister. Manche Puzzles legt er in weit schnellerem Tempo als seine Eltern. Die Höhepunkte des Frühlings sind sicherlich Ostern mit dem traditionellen Easter Egg Hunt für Kinder und unsere Deutschlandreise im Mai 2011. Auch wenn Jakob beim Easter Egg Hunt in unserer Straße sehr schüchtern war, so konnte er doch ein paar der Eier ergattern. Diese wurden anschließend samt Eierkörbchen bei allen Aktivitäten während des gesamten Osterwochenendes mitgenommen.

„Oma Heidi-Schuhe“ (geerbte Crocs vom älteren Cousin), das „Opa-Auto“ (ein schwarzer Mercedes), Erinnerungen an „die großen Kinder“ und das Reisen mit dem Flugzeug „oben am Himmel“ begleiten seit unserer Deutschlandreise täglich Jakobs Alltag.

Juli 2011: Jakobs sprachlichen Fähigkeiten erstaunen uns immer mehr. Beliebteste Frage momentan ist: „Mama/Papa, (was) machst Du da eigentlich?“ Zuhause spricht er konsequent Deutsch. Allerdings „rutscht“ ihm immer öfters auch etwas auf Englisch aus dem Mund, z.B. ein begeistertes „Horsey!“, oder ein „Go away!“, wenn Johanna seinem Revier zu nahe kommt. Oder er zählt „aus Versehen“ auf Englisch, was er bis 5 schafft. Immer öfter können wir Jakob auch dabei beobachten, wie er sich selbst Bücher „vorliest“; und seine Aufmerksamkeitsspanne reicht inzwischen für ganze Märchen. Hoch im Kurs stehen momentan die Bremer Stadtmusikan, nicht nur wegen der darin vorkommenden Tiere. V.a. auch wegen der Musik. Musik – wenn man manchmal beobachtet, wie Musik sich in Jakob ausbreitet, beim Zuhören oder selber machen, dann könnte man meinen, es gäbe für Jakob nur wenig Schöneres und Selbstverständlicheres als Musik. Die erste Band wurde schon gegründet. Hier ein Auftritt im privaten Rahmen mit Freund Linus:

  1. Woooo sind die „derkleinejakobindenusafotos“????
    Geht es euch gut?

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