stettnersinusa

Thanksgiving, Black Friday und 1. Advent 2011

Thanksgiving beeinflusst wohl wie kein anderer Feiertag das amerikanische Leben. An kaum einem anderen Feiertag schließt sogar ein Teil der 24/7 Geschäfte und machen selbst Chefs, die sonst keine Trennung von Arbeit und Privatleben kennen, eine Pause und ziehen sich in ihr Privatleben zurück. Die Stimmung am Tag vor Thanksgiving und an Thanksgiving selbst ähnelt sehr jener, die wir von Weihnachten in Deutschland kennen. Passend hierzu beginnt etwa an Thanksgiving auch die allgegenwärtige Beschallung mit Weihnachtsliedern. Und spätestens nach Thanksgiving erscheinen auch die Weihnachtsdekorationen. Über diese besondere Stimmung und das Darumherum haben wir in den vergangenen Jahren mehrmals berichtet (2009 2x: hier und hier, 2010).

Dass dieser Feiertag einen derartigen Stellenwert hat und diesen in einem multiethnischen und absoluten Immigrationsland bewahrt, liegt nach Einschätzung vieler daran, dass er keinen religiösen Bezug (mehr) hat und der etwas schwierige historische Hintergrund wohl seit langem ausgeblendet wird. D.h. selbst Immigranten der ersten Generation aller ethnischer Ursprünge nehmen diesen Feiertag gerne an und integrieren ihn samt der dazugehörigen Bräuche in ihren Alltag: Die erweiterte Familie trifft sich v.a. zu einem feierlichen Dinner, bei dem der Truthahn nicht fehlen darf, man(n) schaut Football und bereitet sich auf das Powershopping am nachfolgenden Black Friday vor. Selbst wir haben diesen Feiertag eindeutig als solchen begangen, wenn auch ohne Truthahn und obwohl uns nichts emotional und traditionell mit ihm verbindet.

Zur Thanksgiving-Tradition gehört neben Familie, Truthahn und Football auch eine Thanksgiving-Parade. Die traditionsreichste Parade findet jährlich seit 1920 in Philadelphia statt und wird mehrere Stunden lang in den gesamten USA vom ABC live übertragen. Wir haben uns wie auch schon in den Jahren zuvor das Ende der Parade angesehen und dort zufälligerweise sogar jene Freunde getroffen, mit denen wir Thanksgiving vor 2 Jahren gefeiert haben.

Philadelphia Thanksgiving-Parade 2011:

Und auch bei stettnersinusa wurden die Lichterketten aufgehängt. Jakob war ein richtig eifriger Helfer. Hier sieht man die Lichter im Hintergrund an unserem Treppengeländer leuchten:

Am Black Friday haben wir wieder einmal das Morris Arboretum besucht, v.a. weil hier wieder die Holiday Garden Railway aufgebaut wurde und ihren Betrieb aufnahm. So wahnsinnig attraktiv ist ansonsten der Besuch eines botanischen Gartens zu dieser Jahreszeit auch nicht wirklich. Die Holiday Garden Railway zog Jakob und Johanna gleichermaßen in ihren Bann.

Im Morris Arboretum:

Johanna und Jakob im Vogelnest:

Ganz shopping-frei war unser Black Friday nicht. Wir nutzten unseren Mietwagen, wieder einmal bei IKE.A vorbei zu fahren. U.a. auch um Kerzen für unseren „Adventskranz“ zu erstehen. Wie in der Vergangenheit schon einmal achteten wir nicht darauf, dass heutzutage kaum noch Kerzen ohne „Duft“ erhältlich sind. Jetzt haben wir zwar schöne Kerzen. Der Gestank Duft, den diese verbreiten (angeblich Waldbeeren-Duft) ist allerdings leider nicht besonders adventlich… Und am späten Abend brach Georg noch zu einer der Malls auf. Ein paar schöne Dinge wurden gefunden. Allerdings war es taktisch wohl eher unklug, am Ende des Black Fridays einkaufen zu gehen. Die großen Massen, die seit Null Uhr Mitternacht Zeit hatten, auf Schnäppchenjagd zu gehen, waren zwar weg. Manche Läden glichen allerdings einem einzigen Wühltisch. Und natürlich waren nur noch XS und XXL verfügbar…

Am Samstag setzten wir unsere Reihe mit Arboretum-Besuchen fort und fuhren zum Tyler-Arboretum. Vor einem guten Jahr waren wir dort schon einmal. Anlass damals war ein Pumpkin-Festival. Diesmal wollten wir den letzten Tag nutzen, an dem eine Reihe von Baumhäusern zu besichtigen und beklettern waren. Jakob war zwar von der Idee begeistert, Baumhäuser anzusehen. Im Tyler Arboretum war er dann aber nicht mehr wirklich gut gelaunt, verdrängte Johanna erfolgreich aus dem Buggy, verkündete ständig „Will nach Hause!“ und musste zu beinahe jedem eigenständigen Schritt überredet werden. Trotzdem sagte er am Abend danach: „Heute war ein schöner Tag!“ Vielleicht waren es ja die Pizza nach dem Besuch im Tyler Arboretum oder der Besuch bei der großen amerikanischen Spielwarenkette, die Jakob mit diesem Tag noch versöhnt haben. Letzterer fand in Vorbereitung auf Jakobs Geburtstagsparty statt. Und natürlich fiel auch etwas für Jakob ab, und er war den restlichen Tag über damit beschäftigt, nicht nur alle seine Autos mit dem neuen Abschleppwagen abzuschleppen…

Im Tyler Arboretum:

Am heutigen 1. Advent entzündeten wir die erste Stinkkerze unseres Adventskranzes. Es dauerte eine Weile, Jakob davon zu überzeugen, dass wir eine Weile lang nur 1 der 4 Kerze anzünden wollen und man diese nicht sofort wieder auspusten muss. Auch findet Jakob in letzter Zeit Spaß daran, Dinge zu zählen. Im Falle des Adventskranzes geht das so: „One, two, four, nine! Nine Kerzen, Mama!“

In diesem Sinne allen einen schönen Advent!

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