stettnersinusa

Ostern 2010

Karwoche und Ostern in den USA. Wie Weihnachten haben beide weitaus weniger Einfluss auf das öffentliche Leben in den USA als in Deutschland. Keine Feiertage, kaum Osterdeko in Geschäften, keine Matthäus-Passion im Konzertkalender, keine Osterferien, keine Verlangsamung des Lebens wie sie in Deutschland um Ostern stattfindet mit der erster Urlaubswelle des Jahres nach Weihnachten, keine Palmbuschen wie in meiner oberbayerischen Heimat (natürlich am Palmsonntag), oder das Schweigen der Kirchenglocken zwischen Karfreitag und Ostern (in Jot durch das Ratschen der Kinder ersetzt), … Ich hätte nicht gedacht, dass mir dies alles so wichtig ist – unabhängig von der Frage, was Ostern für mich im religiösen Sinne bedeutet. Ja, wir haben die Matthäus-Passion auf dem iPod, aber ohne das „Darumherum“ ist es nicht ganz das selbe, sie anzuhören. Und es ist schon komisch, am Karfreitag ganz regulär zur Arbeit zu gehen. Selbst, wenn es nicht nur einmal in den vergangenen Jahren vorkam, dass ich zum Dienst in die Klinik an den Osterfeiertagen musste: alleine dass man morgens durch leere Straßen zum Dienst fuhr… und es war eben keine reguläre Arbeit, sondern ein Dienst am Feiertag.

In den USA haben wohl manche (in der Vergangenheit mehr als heute) die Arbeit am Karfreitag etwas früher beendet, wie mein Chef erzählte. Auch arbeitet die Wallstreet am Karfreitag nicht, ebenso die Müllabfuhr in Philadelphia. Darüberhinaus unterschied sich der Takt der Großstadt Philadelphia am Karfreitag für uns wahrnehmbar nicht von anderen Werktagen des Jahres. Die Studenten in unserem Viertel haben eher noch etwas mehr gefeiert als sonst, was aber wohl an den beinahe sommerlich warmen Temperaturen lag. Jedenfalls hatten wir ein paar recht unruhige Nächte. Diesmal nicht durch Jakob verursacht, der weitgehend unbeeindruckt von der Partytätigkeit der Studenten in der Nachbarschaft versucht, sein Nachtschlafverhalten langsam aber kontinuierlich den Wünschen seiner Eltern anzupassen.

Am Samstag haben wir wieder einmal einen Ausflug mit dem Fahrrad gemacht. Wie vor 2 Wochen sind wir anfangs dem Schuylkill River Trail gefolgt, diesmal aber weit über unser damaliges Ziel hinaus, nachdem wir auf den Wissahickon Trail abgebogen sind. Auf dem Forbidden Drive (ein Teil des Wissahickon Trail) folgt man in einem teils felsigen und engen Flusslauf dem Wissahickon Creek, der in den Schuylkill River mündet. Den Namen erhielt dieser Weg, nachdem er in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts für den Autoverkehr gesperrt wurde. Sobald man den Schuylkill River Trail verlässt, ist man (obwohl noch im Philadelphia Stadtgebiet) tatsächlich in der Natur und entkommt dem urbanen Autobahnhintergrundgerausche. Alleine ist man allerdings zumindest an einem so schönen Tag nicht: Hunderte Radfahrer, Jogger, Kinderwagenschieber, Hündchenausführer und Angler tummeln sich hier. Angeln scheint ein zu tiefst männlicher Sport zu sein… Unser Ziel war das Morris Arboretum, der botanische Graten der University of Pennsylvania. Eine weitläufige Parkanlage, derzeit geprägt von blühenden Narzissen, Zierkirschen und Magnolien. Jakobs Höhepunkt: Limonade – süß und pappig…

Auch vor 1 Jahr haben wir an Ostern Radausflüge gemacht. Damals ins Göttinger Umland, u.a. zum Kloster Bursfelde. Wir haben damals unseren neuen Luxusfahrradanhänger eingeweiht. Jakob, damals keine 5 Monat alt, hat das so genossen, dass er die meiste Zeit geschlafen hat. Diesmal hatte es Jakob nicht ganz so gemütlich. Der Anhänger schlummert im Container einer Spedition und wartet auf unsere Rückkehr nach Deutschland. Ein ordinärer Kinderfahrradsitz erfüllt aktuell jedoch seinen Zweck ganz gut.

Am Sonntag besuchten wir den Gottesdienst der methodistischen Gemeinde, in die Christine ab und zu geht – um 7 Uhr morgens in einem Park in der Nachbarschaft. Der Osterhase brachte anschließend neue Bücher, einen Ball und so manches Osterei. Dass in Lindor Kugeln (in den USA gibt es Lindt made in Canada) Leckeres versteckt ist, hat Jakob schon vor längerem gelernt. Dass sich Ähnliches in den Osterhasen verstecken könnte, ist scheinbar nur schwer vorstellbar. Der Ball (s.u.) war auf dem Spielplatz heiß begehrt. Zum Glück war Jakob von den Streitereien anderer Kinder um seinen Ball wenig beeindruckt und mit Schaukeln, Rutschen, Klettern, Laufen, … voll zufrieden.

Übrigens: Auch Zahn 11 und 12 haben sich eingefunden. Auch oben halten sich die Zähne nicht an die übliche Reihenfolge. Die oberen 1. Milchmolaren warten nicht das Erscheinen der Eckzähne ab.

  1. What a wonderful way to spend the holiday weekend! Forbidden Drive is one of our favorite places in Philadelphia.

    My company (Educational Testing Service) closed at 1pm on Good Friday. However, this wasn’t announced to us until the day before, so it was a surprise.

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