stettnersinusa

New York City II

Freitag, 13.08.2010

Jakobs größte Freude an unserem New York Ausflug war sicherlich das Zugfahren. Nach wie vor wird alles, was annähernd wie ein Zug ausschaut, als „Ass“ bezeichnet (Straßenbahn, U-Bahn, Fernzug, …). Zum Glück fahren in den meisten New Yorker Metro-Stationen mehrere Linien auf verschiedenen Gleisen. Die Wartezeit auf unsere Metro ist daher einfach aufregend: „Ass“ hier – „Ass“ dort. Auch das Fahren in der Metro und im Zug ist für eine begrenzte Zeit wirklich aufregend.

Wir checken zunächst im Hotel ein. Ein bezahlbares Suite-Hotel in Manhattan zu finden, war beinahe unmöglich. Die teure günstigste Variante im Embassy Suites Hotel aber immer noch günstiger als 2 Hotelzimmer. In der Suite ist für 4 Personen ausreichend Platz und es gibt in der Regel ein abgetrenntes Schlafzimmer, was ein gewisses Abendprogramm unabhängig von Jakobs Schlafenszeiten ermöglicht.

Blick aus der Hotel-Lobby über den Hudson River

Anschließend laufen wir am Hudson River entlang zur Staten Island Ferry, die kostenlos (!) hunderte von Touristen und ein paar wenige Pendler an der Freiheitsstatue vorbei nach Staten Island und wieder zurückfährt. Es ist recht bewölkt, trotzdem haben wir einen eindrucksvollen Blick auf die Skyline Manhattans und auf die wieder einmal überraschend kleine Freiheitsstatue. Viele Touristen fahren mit der teuren Fähre direkt zur Freiheitstatue. Die Warteschlange auf der Manhattanseite sah nach mindestens 1 Stunde Warten aus. Auf der Freiheitsstatuen-Insel, so konnte man von der Staten Island Ferry aus erkennen, zog sich die Schlange einmal um die gesamte Insel…

Blick auf Jersey City und das südliche Manhattan

Danach gehen wir durch das Financial District und die Wallstreet (Wo bitte ist der berühmte Wallstreet-Stier?), haben ein verspätetes Lunch mit Burger und Pommes und besuchen die Trinity Church, die – abhängig von der Perspektive – zwischen den Hochhäusern Manhattans fast etwas verloren wirkt. Es geht weiter vorbei am Ground Zero – einer riesigen Baustelle – und vorbei an der City Hall nach Chinatown.

Abends finden wir direkt am Hotel einen für die USA recht außergewöhnlichen Spielplatz – zumindest nach den Maßstäben, die wir bisher kennengelernt haben: Es gibt nicht nur massenhaft Sand, sondern auch Wasser, um nach Lust und Laune Matsch zu produzieren. Ich höre schon die West-Philadelphia-Muttis schreien: „Wie unhygienisch! Please wash your hands immediately!“ Jakob genießt den Matsch und ein kleines mechanisches Karussell – und muss abends wohl oder übel ein ungewolltes Zwangsbad nehmen.

Am späten Abend fahre ich mit Mesko noch zum Times Square. Massen schieben sich hier durch die durch Leuchtreklame taghell erleuchteten Straßen. Wir sehen ein paar interessante Läden und merken diese für einen späteren Besuch vor.

Samstag, 14.08.2010

Wir beginnen den Tag mit Omelette, Müsli, Muffins, Croissant, Tee, Kaffee, Orangensaft, Joghurt etc. recht früh und machen uns dann auf den Weg zum MoMA. Ein tolles Museum, aber einige Punkte trüben den Genuss: Es drängen sich Massen durch das Museum. So toll die momentane Matisse-Sonderausstellung und der Rest des Museums sicherlich ist, es fehlt buchstäblich der Raum und die Ruhe, die Kunst wirken zu lassen. Vor vielen der besonders berühmten Bilder stehen große Menschentrauben, manches kann man mit „unverstelltem“ Blick erst nach mehreren Anläufen bestaunen. Jakob wartet nach Betreten der Sonderausstellung noch ein paar Minuten und ko.tz.t dann über Mama, Papa und auf den Boden… Er ist auch danach nur wenig für die Ausstellung zu begeistern. Die Zeiten, in denen wir beinahe ungestört 1-2 Stunden ein Museum besuchen konnten, sind wohl vorbei? Jakob war ja als Säugling von der besonderen Atmosphäre, der Akustik, den staunenden Blicken andere Museumsbesucher sehr angetan. Im MoMA dann auch noch das Problem: Wo ist Mesko? Kaum erspäht: Wo sind Jakob und/oder Christine? Wie machen das Familien mit mehreren Kindern? Ich würde das MoMA nicht noch einmal besuchen, es sei denn es gibt Zeiten, in denen sich garantiert nur maximal 30% des erlebten Besucheransturms durch die Ausstellung schieben.

Danach versuchen Jakob und Christine den Zoo im Central Park zu besuchen, lange Schlangen und ein von außen völlig überfüllt wirkender Zoo schrecken jedoch ab. Ähnliches wiederholt sich beim Karussel. Georg geht mit Mesko zur selben Zeit auf das Empire State Building. Wir hatten die Karten im Voraus gekauft, können also die Schlange vor dem Ticketschalter umgehen. Aber auch sonst sind die Schlangen nicht vergleichbar mit jenen vom Oktober. Der Ausblick vom Empire State Building auf die umliegenden Hochhäuser Manhattans ist einfach spektakulär.

Unser nächster Punkt ist die High Line. Ein „Park“, der auf einer stillgelegten Hochbahn-Strecke in den vergangenen Jahren eingerichtet wurde. Die Hochbahn wurde 1929 gebaut, um eine Bahnlinie entlang der 10th Avenue zu ersetzen, die wegen der vielen Unfälle der 10th Avenue auch den Namen „Death Avenue“ verlieh. Auf dem Weg dorthin gehen wir bei einem Italiener im Stadtteil Chelsea Essen. Das Essen selbst ist sehr gut. Dass es aber nicht möglich ist, eine Kinderportion für Jakob zu bekommen und Pasta ohne nix und noch mal nix (denn Jakob würde einen Aufstand proben und das Essen verweigern, würde sich auf den Nudeln auch nur eine Spur roter Soße befinden) dann 9 Dollar + Tax und Tip kosten, ist schon ziemlich unverschämt… Die High Line selbst ist ganz nett, aber nicht wirklich etwas Besonderes. Jakob war begeistert vom vielen Treppensteigen, auf Papas Schultern Reiten, am Gras neben dem Gehweg Entlangstreifen…

Wir fahren dann noch einmal zum Times Square. Jakob bekommt bei Toys.R.us ein „Baby“, lässt es auch fortan kaum aus der Hand und schläft später Arm in Arm mit seinem Baby ein. Hintergrund für die Babyanschaffung ist, dass Jakob im Kindergarten besonders gern mit einer „schwarzen“ Puppe spielt. Mesko findet bei Champs günstig coole Nike Schuhe.

Sonntag, 15.08.2010

Noch früher als am Samstag beginnen wir den Tag und machen uns nach Packen, Frühstücken und Gepäck Einlagern auf zu einem Gottesdienst einer Gemeinde in Harlem. Dies wird nicht nur in unserem Reiseführer empfohlen, um ein Stück afroamerikanische Kultur zu erleben. Dieses Erlebnis wurde von einigen Gemeinden und Reiseveranstaltern kommerzialisiert. Man kann für teures Geld die Teilnahme an einer Gospelchurch-Tour buchen. Z.T. verlangen die Kirchen von Touristen Eintritt für die Teilnahme am Gottesdienst. Die bekanntesten Gemeinden lassen eine begrenzte Anzahl von Touristen an ihren Gottesdiensten in der Regel abgegrenzt von der übrigen Gemeinde (z.B. auf der Empore) teilnehmen. Wir steuern die First Canaan Babptist Church (Empfehlung unseres Reiseführers) an und stellen uns in eine lange Schlange. Jakob bekommt einen Tantrum, nachdem wir den Kinderwagen am Eingang abgeben mussten. Er kann es überhaupt nicht leiden, wenn offensichtliches Eigentum der Familie weggegeben wird oder den Besitzer wechselt. Das betrifft das Gebäck am Flughafen genauso wie die Kreditkarte beim Bezahlen im Geschäft, und eben den Kinderwagen. Verlustängste??? Wir erleben dann einen Teil des Gottesdienstes aus der Vogelperspektive der Empore: Ein toller Gospelchor, sehr lebendige Liturgie, … Allerdings ist der Genuss etwas zweifelhaft – voyeuristisch festgesetzt in einer großen Gruppe von Touristen. Die Gottesdienste der afroamerikanischen Gemeinden können mehrere Stunden dauern. In manchen Reiseberichten im Internet wird empfohlen, in weniger bekannte Gemeinden zu gehen. Allerdings kann es passieren, dass man dort als Tourist nicht wirklich willkommen ist oder wenigstens auf Unverständnis stößt, wenn man nach 1 Stunde die Kirche wieder verlässt.

Danach gehen wir durch den nördlichen Teil des Central Parks zum Guggenheim Museum. Jakob schläft kurz vor dem Museum ein, was uns ermöglicht, in relativer Ruhe das Museum zu genießen. Die größten Besucherströme scheinen ganz offensichtlich durch das MoMA und Metropolitan Museum zu fließen. Auch im Guggenheim Museum ist viel los. Aber es bleibt genug Raum für die Kunst. Ein sehr schönes Museum in toller Architektur. Jakob wacht (aus seiner Perspektive) genau zum richtigen Zeitpunkt auf. Mit schreiendem Kind flüchten wir in das nahe gelegene Museumscafe, das wir mit Jakob auf dem Arm gleichsam einer lebendigen Alarmanlage nicht verlassen können. Kaum durchschreiten wir die Tür, die aus dem Cafe in die Ausstellungsräume führt, wird Alarm ausgelöst, der beim Durchschreiten in die umgekehrte Richtung verstummt. Hitergrund: Jakob hat natürlich die Croissants im Cafe entdeckt. Es bleibt uns nichts anderes übrig als eines der überteuerten Croissants zu kaufen und damit unsere Alarmanlage zu deaktivieren…

Danach gehen wir noch durch den südlichen Teil des Central Park und kehren in ein Cafe ein. Jakob hat zwar Hunger, verschmäht aber seine Kinderportion Makkaroni with Cheese und möchte dafür lieber Butterbrot. Zum Glück gab es zum Salat Brot dazu… Wir fahren dann zurück zum Hotel, holen unser Gepäck und fahren zurück nach Philadelphia.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: