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New Orleans und Louisiana

Samstag, 15. Mai 2010

In Philadelphia bei schönem Wetter gestartet, komme ich in New Orleans bei beginnendem Gewitter an. Den Rest des Tages zieht ein heftiges Gewitter nach dem anderen über New Orleans hinweg. Bei Temperaturen um 30°C und mehreren 100% Luftfeuchtigkeit hält man es draußen kaum aus. Aber auch in Flugzeug, Flughafen, Shuttlebus, Hotel, … ist es kaum auszuhalten. Der Klimaanlage sei Dank ist es hier auf Kühlschranktemperaturen herunter gekühlt (hier sehe ich deutliches Einsparpotential für den Energieverbraucher Nr.1). Je nach Wettervorhersage-Website soll diese Wetterlage noch einige Tage andauern…

Ich melde mich beim Kongress an, habe aber nicht damit gerechnet, dass das Programm 512 Seiten umfasst und von einigen Kilogramm Begleitmaterial eskortiert wird. Ich kehre also zum Hotel zurück und esse auf dem Weg dorthin einen Burger. Ab und zu freue ich mich direkt auf einen „richtigen“ amerikanischen Burger, der nicht vergleichbar ist mit dem, was wir von McDoof etc. in Deutschland kennen. Aber warum immer diese Mengen? Obwohl das Mittagessen ausfiel, konnte ich diese Menge an Fleisch und Pommes kaum bewältigen. Neben kalorienreichen Getränken (Coke, Sprite, etc.) ist das sicherlich ein Grund für den durschnittlich deutlich höheren BMI in den USA im Vergleich zu Mitteleuropa. Im Laufe des Kongresses ist das Problem Adipositas immer wieder Thema, da es einer der Hauptrisikofaktoren des Obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndroms ist. Eine weitere Folge ist das rasante Ansteigen der Häufigkeit von Diabetes Mellitus Typ 2  (DM2) in der Bevölkerung, dem soganannten Altersdiabetes (übrigens inzwischen auch zunehmend bei Kindern und Jugendlichen mit Adipositas). Während in den 60er Jahren noch weniger als 5% der Bevölkerung an DM2 litten, wird 2030 in den USA mit mehr als 30% gerechnet! In Mitteleuropa immerhin mit mehr als 20%. Die Kosten der Adipositas und ihrer Folgeerkrankungen für die Gesundheitssysteme werden gigantisch sein.

Über die Probleme, in New Orleans eine (bezahlbare) Unterkunft zu finden, in der wir auch mit einem schlafenden Jakob die Abendstunden etwas genießen können (d.h. ein abgetrenntes Schlafzimmer), haben wir ja schon berichtet. Das Hotel ist nun OK, aber nicht wirklich optimal gelegen. Direkt vor der Hoteltür ist zwar eine Haltestelle der St.Charles-Avenue-Streetcar. Der Fahrplan dient aber eher der Orientierung, wann sicher keine Streetcar fährt. Manchmal kommen 5 hintereinander, dann wieder lässt sich lange Zeit keine Straßenbahn blicken. Einziger Vorteil: Jakob genießt das Streetcarfahren sichtlich. Die St.Charles-Avenue-Streetcar ist die älteste und kontinuierlich betriebene Straßenbahnlinie der Welt. Lediglich die Folgen des Hurricanes Katrina führten zu einer 1jährigen Unterbrechung des Betriebes.

Der Swimmingpool des Hotels sah in der Werbung im Internet richtig groß aus – die Kunst der Weitwinkelfotographie… In Realität erreicht man nach 1-2 Schwimmzügen den anderen Beckenrand. Für eine abendliche Abkühlung reicht es allerdings doch aus.

Erster Eindruck von New Orleans: Im Durchschnitt noch mehr herunter gekommen als Philadelphia. In den Bereichen, die man als Tourist besucht, sieht man kaum noch Folgen des Hurricanes Katrina.

Abends laufe ich durch die Bourbon Street. Schrill, laut und Hirn-ausgeschaltet – die Party-Meile der Stadt. Einen Block weiter in der parallel verlaufenden Royal Street bietet sich ein ganz anderes Bild: Galerien, ein paar  noblere Restaurants und Straßenmusiker mit eher ruhigerer Musik. Ich besuche ein Konzert in der Preservation Hall of Jazz. In den Mini-Club mit schätzungsweise 80 m², den Bauaufsichtsbehörden in Deutschland sicherlich umgehend schließen würden, wurden etwa 200 Menschen hereingepfercht – dann begann die Party. Eine Jazz-Combo spielt unverstärkt und auf höchstem Nivau New Orleans-Jazz. Leider wird man nach 1 Stunde wieder heruasgewurfen, um Platz für die nächsten 200 zu machen…

Sonntag, 16. Mai 2010

Der Tag beginnt mit einem starken Gewitter. Es schüttet wie aus Kübeln. 20 Meter zu Straßenbahn genügen, um trotz Regenschirm klatschnass zu werden. Ein paar Stunden regnet es dann heftigst. Teilweise steht in den Straßen das Wasser kniehoch.

Die Konferenz (Annual Meeting der American Thoracic Society) ist sehr klinisch ausgerichtet: Intensivmedizin, Pulmologie, Allergologie und ein wenig Schlafmedizin sowie in diesen Bereichen noch weniger Grundlagenforschung. Mit deutlich über 15.000 Besuchern gehört diese Konferenz zu den größeren. Interessant für mich ist v.a. zu beobachten, in welches klinisches Umfeld ich mich später wohl einmal integrieren sollte, auch wenn meine Orientierung vielleicht mehr Richtung Neurologie als Pulmologie/Intensivmedizin etc. geht. Wegen der starken Gewitter sind wohl einige Flüge ausgefallen oder umgeleitet worden. An einigen Posterwänden waren Mitteilungn zu lesen, dass Poster und das Poster präsentierender Kongressteilnehmer leider in Dallas o.ä. und nicht in New Orleans gelandet sind…

Abends gehe ich mit meinem Chef Essen. Nette Atmosphäre auf einem Balkon über der Royal Street mit Straßenmusikern ein Stock tiefer. Das Essen ist allerdings mittelmäßig a la Touristen kommen sowieso nur einmal…

Montag 17. Mai 2010

Vormittags nehme ich an der Konferenz teil und treffe dann Jakob und Christine im Hotel. Jakob hat ein weiteres Mal einen Flug ohne Probleme gemeistert. Leider setzt der Shuttlebus die beiden aber als letzte am Hotel ab, womit die Fahrt vom Flughafen zum Hotel beinahe 2 Stunden dauert (für 10 Meilen)…

Bilder aus dem French Quarter:

Es ist sehr schönes Wetter. Wir fahren ins Zentrum, laufen durch die Bourbon Street (die im Tageslicht einen  harmloseren Eindruck macht) und die Royal Street, schauen uns das Steamboat Natches auf dem Mississippi an, essen ein verspätetes Lunch und baden dann im Hotelpool. Streng genommen ist Jakob und Georg das Wasser zu kalt… Wir schauen daher Christine zu, wie sie enge Runden im Hotelplanschbecken dreht.

Das Hotel bietet für Jakob genau eine wirkliche Attraktion: die Aufzüge! Vorfreude schon beim Öffnen der Hotelzimmertür, Knöpfe drücken, beobachten wie sich die Tür öffnet und schließt, …

Dienstag, 18. Mai 2010

Ich besuche vormittags wieder die Konferenz. Jakob und Christine gehen in den Audubon Park und in den darin gelegenen Zoo. Ursprünglich befand sich an dieser Stelle eine der großen Zuckerplantagen. 1884 fand hier die World’s Industrial and Cotton Exhibition statt (heute Expo), für die auch die St.Charles-Avenue-Streetcar gebaut wurde. Der Park enthält riesige Bäume, v.a. Eichen, und ein Vogelschutzgebiet, in dem verschiedene Reiherarten, Störche, Ibisse etc. brüten. Der Zoo ist einer der kleineren, aber besonders schönen im Land. Begrenzungen wurden überwiegend durch natürliche Barrieren wie Wassergräben gestaltet.

Vogelbaum im Audubon Park und Jakob im Zoo:

Mittags treffen wir uns im Hotel und kühlen uns dort ein wenig ab. Das Wetter ist und bleibt sehr schön, aber auch sehr warm (bis 35°C) und schwül. Jakob entdeckt einen weiteren Liebelingsplatz im Hotel (neben den Aufzügen): die Fensterbank, von der man das Treiben in der St.Charles Avenue beobachten kann. Zugegebenermaßen ist hier auch ein wenig mehr los, als zu Hause in unserer Straße in Philadelphia. Danach besuchen wir die Riverfront (Promenade am Mississippi-Ufer) und den French Market (früher wohl v.a. ein Farmer’s Market, heute überwiegend Flohmarkt).

Wir treffen uns anschließend mit meinem Chef und einem Kollegen vor der St.Louis Kathedrale. Wenige Minuten später beginnt wieder ein heftiges Gewitter mit starkem Regen. Wir gehen gemeinsam Essen. Mit meinem Chef höre ich mir noch einmal 1 Stunde New Orleans-Jazz in der Preservation Hall an.

Mittwoch, 19. Mai 2010

Der letzte Tag der Konferenz. Mein Kollege stellt in einem Vortrag unsere gemeinsamen Ergebnisse vor. Der Vortrag ist in einer Reihe klinischer Beiträge etwas isoliert, findet aber großes Interesse in der anschließenden Diskussion.

Christine und Jakob besuchen den Children’s Park und haben wieder einmal Pech mit der Straßenbahn bzw. mit deren „Fahrplan“. Nach den Aufzügen und seinem Aussichtsposten auf dem Fensterbrett nehmen die Straßenbahnen für Jakob den 3. Rang der Attraktionen in New Orleans ein. Jakob im Children’s Park:

Mittags treffen wir uns wieder zum Abkühlen im Hotel und planen dann eigentlich einen Besuch eines der  Friedhöfe in New Orleans. Diese sind tatsächlich eine touristische Attraktion, da aufgrund des hohen Grundwasserspiegels die Toten in Mausoleen (ist das der richtige Plural???) über der Erde beigesetzt werden. Jeder Friedhof ist daher eine „Stadt der Toten“. Leider machte der Friedhof schon um 15 Uhr und nicht wie im Führer geschrieben um 16 Uhr zu, so dass wir in brütender Hitze vor verschlossenen Türen standen.

Mit einer Fähre kann man kostenlos über den Mississippi fahren und Algiers Point besuchen, eine Siedlung aus dem frühen 18. Jahrhundert innerhalb der inzwischen erweiterten Stadtgrenzen. Algiers Point ist ein „National Historic District“ und wurde infolge Katrina nicht überflutet. D.h. man sieht einige ältere Häuser. Allerdings steht auch hier wohl fast jedes 3.-4. Haus zum Verkauf, teilweise in erbärmlichem Zustand. Insgesamt ist die Bausubstanz in den USA (oder zumindest was wir bisher davon gesehen haben) in einem Zustand, der Dimensionen unter dem Standard liegt, den wir aus Deutschland gewohnt sind. Dass es eine kostenlose Dienstleistung  in den USA gibt, ist zumindest außergewöhnlich.

Jakob auf der Fähre:

In einem Einkaufszentrum entlang des Mississippi, der Riverfront Mall, essen wir dann Pizza und Eis.

Während der abendlichen Abkühlung im Swimmingpool hat Jakob heute zumindest eine kurze Benetzung der Haut oberhalb der Knöchel zugelassen. Schon merkwürdig, denn zu Hause bekommen wir ihn momentan kaum aus der Badewanne heraus…

Donnerstag, 20. Mai 2010

Wieder ein sehr heißer Tag. Wir fahren erneut zum City Park, in dem auch der Children’s Park liegt, und besuchen das New Orleans Museum of Art (NOMA). Ein nettes Museum. Im Cafe des Museums habe ich den bisher besten (vielleicht aber auch einfach nur stärksten) Cappuccino in den USA getrunken. Wenn man möchte, dass ein Museum nur schlecht besucht wird, dann platziert man es am besten weit abgelegen von den übrigen Touristenattraktionen und lässt die Straßenbahn dorthin nur alle 30-40 Minuten fahren (zum Fahrplan siehe oben). Das Museum ist relativ klein und versucht einen Querschnitt durch die (überwiegend europäische) Kunstgeschichte zu bieten. Aber auch amerikanische und afro-amerikanische Kunst wird gewürdigt.

Auf dem Weg dorthin machen wir erneut einen Abstecher zu einem der Friedhöfe. Schon eindrucksvoll. U.a. wurde relativ aktuell ein „Sammelmausoleum“ renoviert bzw. über eine Stiftung für Jazzmusiker aus New Orleans zur Verfügung gestellt, deren Familien sonst kein Geld für eine geordnete Beisetzung oder die keine Angehörigen haben.

Danach haben wir Beignets im Cafe Du Monde gegessen. Beignets sind das Gegenstück von Donuts im Rest des Landes, werden hier heiß mit sehr viel Puderzucker serviert und im 3er Pack (in der Regel von 1 Person) konsumiert. Uns hat 1:1 völlig ausgereicht. Jakob hat’s sehr geschmeckt.

Am Abend fahre ich mit Jakob noch einmal in der Streetcar durch den Garden District zum Audubon Park. Riesige Bäume säumen die Straßen. Je näher man dem Park kommt, desto größer werden die Villen. Die Leute gehen wohl mit Vorliebe auf dem Grünstreifen, die die Straßenbahn nutzt, joggen. Im Zeitalter der iPodisierung dauert es manchmal eine ganze Weile bis der eine oder andere Jogger merkt, dass er seit einigen Minuten eine Straßenbahn hinter sich herfahren hat…

Freitag, 21. Mai 2010

Morgens besuchen wir noch das Ogden-Museum für Southern Art. Ein interessantes, aber schlecht besuchtes Museum. Vielleicht kommen die Touristen einfach nicht nach New Orleans, um Kunst zu sehen. New Orleans hat den Ruf, eine der großen Partystädte in den USA zu sein. Daneben hat die Stadt eines der größten Kongresszentren im Land. Kongressteilnehmer scheinen auch wenig Muße für Museen zu haben…

Ich hole dann den Mietwagen vom Flughafen, danach Jakob und Christine vom Hotel ab. Wir fahren nach Westen und halten als erstes an einer der vielen als Museum dienenden alten Plantagen am Mississippi. Jede dieser Plantage schreibt in Variationen die Geschichte mehr oder weniger erfolgreicher (weißer) Plantagenbesitzer und deren Versuch, trotz der abgeschiedenen Lage und widrigen Umweltbedingungen (Sumpfland mit regelmäßigen Gelbfieberepidemien) ein höfisch repräsentatives Leben zu führen, sowie die Geschichte der Ausnutzung menschlicher Ware (=Sklaven). Wir haben die Oak Alley Plantation besichtigt die am Ende einer gigantischen Eichenalle liegt. Diese alleine ist mehr als eindrucksvoll. Der Rest ist ein zum Museum umfunktioniertes Herrenhaus, das man ähnlich wohl überall auf der (westlich beeinflussten) Welt finden kann.

Weiterfahrt nach Breaux Bridge, einige Meilen vor Lafayette. Leider 1 Stunde Stau in/um Baton Rouge, der Hauptstadt von Louisiana. Jakobs Geduld war ziemlich am Ende. Er wurde dann aber durch ein Paradies belohnt und kam aus dem Staunen kaum mehr heraus. Das Häuschen, das wir reserviert haben, steht direkt an einem kleinen See und hat einen eigenen Steg. Wir wurden von einigen Enten begrüßt und Jakob stand fortwährend auf dem Steg, beobachtete die Enten und rief ohne Unterbrechung auf die Enten zeigend „Wawa-awawa-wawa!“… Im See schwimmen außerdem noch Schildkröten und Fische. Ein Storch landete direkt neben dem Steg. Mit der Dämmerung begannen die Frösche zu quaken. Später am Abend spielte dann in der Nachbarschaft jemand im Freien Geige (skandinavische Weisen???). Eine sehr schöne, ruhige, zurückgezogene Stimmung.

Samstag, 22. Mai 2010

Morgens wachen wir wieder im Paradies auf. Das Frühstück (Eiertost und Würstchen, Orangen und Orangensaft) wurde im Bastkorb auf die Veranda gebracht, ein wenig später folgten Sightseeing-Tips. Jakob bestaunt erneut Enten, Schildkröten und Pferde. Wäre es nicht so schwül-heiß, könnte man es hier gut eine Weile aushalten.

Erstes Ziel unseres Ausflugsprogramm ist das Acadian Village, ein Freilichtmuseum in Lafayette mit Gebäuden aus dem frühen 19. Jahrhundert. Das Acadian Village ist ganz nett, aber nicht besonders gut gepflegt. Acadiana ist die Region Louisianas, die ursprünglich von einer überwiegend francophonen Bevölkerung besiedelt wurde.

New Iberia gehört teilweise auch zu den „National Historic Sites“, laut Führer mit Galerien und Restaurants. Eigentlich machen wir hier nur Stop fürs Mittagessen, konnten aber nicht ein offenes Restaurant finden. Die meisten haben wohl schon vor längerer Zeit zum letzten mal die Pforten für Besucher geöffnet. Ein paar eindrucksvolle Gebäude sind aber zu sehen, die Einstufung als National Historic Site also nachvollziehbar.

Wir besuchen anschließend Avery Island, ein mehrere tausend Meter tiefer Salzdom, der das Flachland von Louisiana einige Meter überragt und inselartig von Sumpfgebieten umgeben wird. Hier befindet sich eine Peperoni-Farm, auf der das Tabasco hergestellt wird. Wer hätte gewusst, dass Tabasco ein US-Produkt ist? Das für die Tabasco-Herstellung benötigte Salz wird ebenfalls hier abgebaut. Die Besitzer der Farm haben das Gelände auf dem Salzdom als „Wildnispark“ angelegt/gestaltet und über die Jahre Pflanzenarten von überall auf der Welt angepflanzt. In den „Jungle Gardens“ wurden Ende des 19. Jahrhunderts auch einige der damals wohl zahlenmäßig sehr dezimierten Silberreiher angesiedelt, deren Federn für modische Frauenhüte sehr gefragt waren. In den Jahren darauf kehrten diese und und auch andere Zugvögel auf die Avery Island zurück. Heute ist hier einer der größten Nistplätze für Silberreiher. Sehr amerikanisch fährt man durch den Park mit dem Auto. Parking Areas zeigen Besonderheiten an. Man steigt dann aus, läßt am besten den Motor des Autos (und damit die Klimaanlage) laufen und läuft maximal 20 Schritte, z.B. um Aligatoren, einen Buddhatempel mit Figur aus dem 12. Jahrhundert (über einige Umwege in den Besitz der Farm gelangt), oder die „Bird City zu“ sehen. Natürlich haben wir auch die Tabasco-Fabrik besichtigt. Jakob hat schon zuvor seine Kräcker zum „Lunch“ gegessen. Die Eltern wurden durch Nachos mit Chili und Hotdog vor dem sicheren Hungertod gerettet, nachdem New Iberia ja nichts zu bieten hatte…

Abends sind wir zum Dinner ins Mulate’s gefahren, das eigenen Angaben zufolge „World’s Most Famous Cajun Restaurant“ ist. Die Cajun-Küche ist geprägt von Seafood (Shrimps, Krebse, Catfish) und viel Fett: beinahe alles ist frittiert… Auf Wikipedia wird sie als einfache Küche bezeichnet. Nunja, viel mehr ist in Amerika wohl nur selten zu erwarten. Freunde behaupten, das einzige, was Amerikaner können, ist Burger zu grillen… Mulate’s entpuppt sich als Klischee eines amerikanischen Restaurants: Umgeben von einem großen (und vollen) Parkplatz ein fensterloses Gebäude. Innen spielt eine Cajunband und die Menschen (meist Rentner teils mit Cowboyhut) tanzen. Jakob weiß gar nicht, von was er mehr begeistert sein soll: von der Band, den Tänzern oder doch von seinen Pommes (bevorzugt inzwischen übrigens Majo anstatt Ketchup…).

Wieder bei unserem Cottage angekommen sucht Jakob die Enten. Vielleicht hätten wir sie für ihre Begrüßung am Tag vorher mit reichlich Brot belohnen sollen… Jedenfalls kamen sie nicht wieder zu unserem Steg. Einige Meter weiter ließen sie sich dann aber finden und von Jakob füttern. „Wawa-awawa-wawa!“

Sonntag, 23. Mai 2010

Jakob wacht früh auf. Wir haben daher ein paar Stunden vor unserem ersten Programmpunkt und können in Ruhe Frühstücken und Enten beobachten, bevor wir zur Swamp-Tour aufbrechen. Eine 2-stündige Bootsfahrt v.a. auf dem Lake Martin und den angrenzenden Sumpfgebieten. Wir sehen einen Alligator, zahlreiche Schildkröten, diverse Reiherarten, Pelikane, eine Wolfspinne, Schlangen, fahren durch „Wasserwälder“ mit Zypressen und Tupelo-Bäumen, durch Seerosenfelder.

Danach wollten wir einen Abstecher an die Küste machen. Von Lafayette aus kommt man allerdings nur schlecht oder mit langer Fahrt an einen Sandstrand des Golf von Mexiko. Ausnahme ist der künstliche Sandstrand im Cypremont Point State Park. Die gut einstündige Fahrt dorthin hat sich allerdings nur mit Einschränkung gelohnt: Der Sandstrand war stark mit Moor-artiger Erde „verschmutzt“, das Baden nicht empfohlen (nein nicht wegen Öl, sondern wegen starker bakterieller Belastung) und die auf der Website des Parks angepriesenen Picknickplätze waren wenig einladend. Außerdem war es viel zu heiß, um sich außerhalb des Schattens eines der wenigen Bäume oder der Picknickplätze aufzuhalten. Jakob war eine Weile im Sand sehr zufrieden.  Wir sind dann nach kurzem Aufenthalt wieder zurück zu unserem Cottage gefahren.

Dort war Jakob mit dem Beobachten der Enten, dem „Reinigen“ unseres Stegs von Eichelkappen und kehren mit einer Fliegenklatsche reichlich beschäftigt. Außerdem machte es ihm außerordentlich Spaß immer näher und schneller an die nicht kindgerecht gesicherte Begrenzung unseres Stegs zu laufen und seinen Eltern zahlreiche Schrecksekunden zu verschaffen… Weitere Highlights des Abends: Füttern einer Kuh und streicheln eines Hasen.

Montag, 24. Mai 2010

Abreise, Fahrt zum Flughafen und Rückflug nach Philadelphia.

  1. Toller Reisebericht, tolle Fotos, da bekommt man direkt Lust hier bzw. dort mal Urlaub zu machen.

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