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Deutschlandreise

Nach einem reibungslosen Flug von Philadelphia nach Frankfurt, aber während des Fluges kaum schlafenden Kind und demzufolge recht unausgeruhten Eltern, beginnen wir unseren ersten Urlaub in Deutschland in Jesserndorf. Hier verbringen wir die erste Woche. Jakobs Opa Gerhard ist bereits in Jesserndorf als wir ankommen, Tante Ruth kommt mit Ilijas am Anfang unseres Urlaubs ebenfalls für 2 Tage nach Jesserndorf. Wir verbringen mit Ruth 2 sehr schöne Tage mit ratschen, gut essen, spielen… Und Jakob braucht definitiv Kinder und einen Spaßmacher wie Ilijas um sich. Mit Ilijas blüht er richtig auf, macht ihn nach, lacht und ist total witzig. Gut dass Ilijas auch nach Ruths Abreise bis zum Ende unseres Aufenthaltes in Jesserndorf bleibt. Jakob isst zum ersten Mal Bratwurst, Salat (sic!), Fleischwurst, deutsches Brot, Haribo-Gummimäuse, … Ernährungsberater wären wohl entsetzt.

Vor unserer Ankunft in Deutschland hatte es ausgiebig geschneit. Auch nach einem Regentag liegt noch genug Schnee zum Schlittenfahren. Dieses entlockt Jakob nun doch ein vorsichtiges Grinsen, nachdem es ihm in Philadelphia vor Kurzem nicht wirklich zugesagt hatte. Ilijas meinte, ich hätte ihm in der Vergangenheit versprochen, die Lehmann-Eisenbahn mit ihm aufzubauen. Auch Jakob ist wieder einmal von der Eisenbahn fasziniert. Nach Ruths Abreise verbringen wir mit Jakob und Ilijas einen halben Tag im Geomaris in Gerolzhofen: Schwimmen, Rutschen, Pommes und Currywurst, Dampfbad, Solebad, Eis… „Georg, Du bist ein cooler Onkel!“😉 Wir sind danach den Rest des Tages wie erschossen.

In den ersten Nächten fällt uns das Schlafen zu mitteleuropäischen Nachtzeiten recht schwer. Immerhin ist „Old Europe“ der amerikanischen Ostküste um 6 Stunden voraus. Jakob lässt sich abends nur widerwillig zum Schlafen bewegen, schläft dann sehr unruhig und wacht jede halbe Stunde auf. Erst in den frühen Morgenstunden fällt er für einige Stunden in einen tieferen Schlaf. Auch uns geht es ähnlich. Die frühen Morgenstunden bringen (wohl auch dank Jakob) den erholsameren Schlaf.

Von Jesserndorf aus starten wir auch zu einem kurzen Besuch nach Weimar. Hier wohnt Christines Patenkind Elise mit den Geschwistern Helene und Konrad und Eltern. Die Zeit vergeht hier viel zu schnell. Das Toben mit den Kindern hält Jakob beinahe den gesamten Besuch wach. Erst am Ende schläft er auf Mamas Arm völlig erschöpft ein. Kurz nach unserer Rückkehr nach Jesserndorf, kommen auch Oma Heidi und Tante Christina nach Jesserndorf, um mit uns die restlichen Tage in Jesserndorf zu verbringen.

Ein weiterer Tag vergeht mit Einkaufen und Kisten aus-/umräumen und einpacken. Wir hatten einiges in Jesserndorf deponiert, das bei unserem Umzug in die USA im September keinen Platz in unseren 6 Koffern mehr fand. Manches andere, an das man sich in vielen Jahren so sehr gewöhnt hat und das man in den USA nicht oder nur zu völlig überteuerten Preisen bekommen kann, musste besorgt werden. Die Liste reichte von Zahnpasta und Cremes über Matschhosen für Jakob bis hin zu Büchern und Schokolade. Natürlich könnten wir unmöglich ohne diese Dinge in den USA überleben…

Besondere Faszination üben die Fenster in den Türen aus, sowie die Möglichkeit, im Kreis durch Wohnzimmer, Flur, Esszimmer und Küche zu laufen. Wollte Jakob wohl kochen oder endlich wieder einmal ein Feuer im Ofen machen?

An unserem letzten Tag in Jesserndorf kommt auch noch Tante Maria und wir feiern (um einen Tag vorgezogen) den 83. Geburtstag von Opa Gerhard mit Faschingskrapfen und Weihnachtsresten (Lebkuchen und Opas Stollen). Abends gehen wir im Weingarten Jesserndorf essen – wieder einmal ein kulinarisches Erlebnis. Eine wunderschöne Zeit in Jesserndorf geht damit viel zu schnell zu Ende.

Die 2. Woche verbringen wir in Esslingen bei Oma Brigitte und Opa Willi. Auf dem Weg nach Esslingen machen wir in Stuttgart halt und besuchen Jakobs Tante Susanne und Onkel Olaf. Uns und allen voran Jakob schmeckt der Karottenkuchen und die leckeren Mohnschnecken sehr. Ein sehr schöner Nachmittag mit Erzählen, Hochzeitsfotos anschauen und Spazierengehen.

Am ersten Tag in Esslingen gibt es wieder einmal den obligatorischen Mittagsschlafspaziergang im Schnee. Bereits während der letzten Besuche in Esslingen mussten wir uns einen Weg durch den Schnee bahnen. So auch dieses Mal. Auch müssen wir noch einmal ausgiebig Einkaufen gehen.

In Esslingen entdeckt Jakob wieder einmal ein Klavier und dass man darauf richtig Lärm machen kann. Er scheint aber den Klängen auch hinterher zu lauschen, versucht laut und leise sowie möglichst viele Töne auf einmal und einzelne Töne zu spielen. Immer wieder geht er zielstrebig die Treppe hinauf und möchte das Klavier erkunden.

Jakobs Patentante Nadine kommt uns in Esslingen besuchen und bringt eine Freundin aus Kanada mit. Wir verbringen mit Nadine und Janel einen wunderschönen Tag, besichtigen Esslingen, schlürfen bei Starbacks Cappuccino, reden viel und Jakob genießt es einmal mehr, so im Mittelpunkt zu stehen. Vielleicht auch, weil endlich wieder einmal Englisch gesprochen wird (?) taut er auf, plappert viel und liebt ganz offensichtlich seine Patentante sehr. Am nächsten Tag bringen wir Nadine und Janel zum Zug. Sie fahren weiter nach Friedrichshafen, wo sie sich vor einiger Zeit in einer Bibelschule kennengelernt haben. Danach gehen wir im Merkel’schen Bad schwimmen. Christine hatte dort schon in Grundschulzeiten Schwimmunterricht und erinnert sich an ein riesiges Schwimmbad mit eiskaltem Wasser. Inzwischen ist das Schwimmbecken wohl geschrumpft und die Wassertemperatur ist auch gestiegen… Jakob ist anfangs sehr skeptisch (das Wasser ist einfach zu nass), freundet sich dann aber doch noch mit dem warmen Wasser im Mineralwasserbecken an – vielleicht animiert durch die gleichzeitig stattfindende Wassergymnastik, an der wir (als männliche Ausnahmeerscheinungen) kurzentschlossen teilnehmen. Highlight für Jakob ist aber wohl die Schulklasse, die später zum Schwimmen kommt und v.a. die Schachfiguren eines großen Bodenschachspiels. Nachmittags besuchen wir Christines Tante Sigrun. Nach Kuchen, Sahne und Schokoladenschleckerei fällt Jakob auf unserem Spaziergang in einen langen, tiefen und satten (!) Schlaf.

Mit Oma Brigitte und Opa Willi schließt Jakob schnell eine (Enkel)Freundschaft, freut sich auf das Spielen mit Oma und Opa und lässt sich kleine Kunstückchen beibringen. Noch lange nach dem Erlernen reckt Jakob immer wieder beide Ärmchen in die Luft und erwartet von allen Anwesenden Lob und Anerkennung für sein erlerntes Kunststück.

An unserem letzten Tag in Deutschland besuchen wir noch Jakobs Freund Lukas in Freiburg. Lukas‘ Eltern haben wir im Geburtsvorbereitungskurs in Göttingen kennen gelernt. Wir zählen sie zu unseren wirklich guten Freunden. Lukas ist wenige Wochen jünger als Jakob. Die beiden Freunde spielen eine ganze Weile phantasievoll miteinander. Schon im August als Lukas‘ Eltern nach Freiburg aufbrachen und wir unseren Umzug in die USA planten, bedauerten wir sehr, dass die Freunde Lukas und Jakob nicht miteinander aufwachsen können.

Nach fast 2 wunderschönen Wochen in Deutschland und beinahe 2000 km mit dem Mietwagen quer durch Deutschland ist unser Urlaub leider viel zu schnell zu Ende. Wir haben nicht einmal alle für uns am bedeutendsten Besuche machen können. Viele Freunde und Verwandte in Göttingen, Bochum, Hannover, Frankfurt, Gießen, München und und und konnten wir nicht sehen.

Der Rückflug in die USA ist dann etwas anstrengender als der Flug nach Deutschland. Jakob verschläft zwar zum Glück die beinahe 2 Stunden dauernde Wartezeit (Betanken, Warten auf Anschlussreisende, Enteisen, Starterlaubnis, …) im Flugzeug vor dem Start. Ist dann aber nicht besonders glücklich über die Einschränkung seines Bewegungsdranges. Zum Glück ist die Maschine nicht voll besetzt, so dass wir immer wieder einmal Plätze wechseln können und Jakob doch eine Weile damit beschäftigt ist, eine Fensterabdeckung zu öffnen, zu schließen, zu öffnen, zu schließen, zu öffnen, … In Philadelphia holt uns Salome vom Flughafen ab und hat uns sogar mit einem kulinarischen „Starterkit“ ausgestattet (herzlichen Dank!!!). Wir schlafen am nächsten Morgen bis 5.30 Uhr und halten es schließlich nicht länger im Bett aus. Somit bleibt uns wieder einmal ein langer Samstag für Einkaufen, auf dem Farmer’s und Reading Terminal Market gehen, Auspacken und Waschen, eigene Spielsachen wiederentdecken, …

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