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Barcelona

Dienstag/Mittwoch, 5./6. April 2011

Flug nach Barcelona – wie immer in diese Richtung über den Atlantik ein lästiger Nachtflug. Ich fliege gemeinsam mit meinem Chef zum 12. International Sleep and Breathing Symposium, das etwa alle 2 Jahre stattfindet und bei dem sich eine Gruppe etablierter Kliniker und Forscher treffen, die im Bereich des Schlaf-Apnoe-Syndroms aktiv sind und die jeweils einen „jungen Kollegen“ mitbringen und in den mehr oder weniger erlauchten Kreis der Etablierten einführen dürfen. Insgesamt nehmen an dem Symposium etwa 200 aus Europa, Nord- und Südamerika, Australien und Japan teil.

Mit uns reist auch eine Tochter meines Chefs, die zweite kommt im Lauf des Tages dazu. Geplant ist nach dem Symposium ein Familien-Roadtrip durch Spanien. Der erste Tag vergeht im Nebel des Jetlags etwas planlos und überwiegend mit einem Spaziergang durch Barcelona. Vom Placa d´Espanya, wo unser Hotel liegt, über La Rambla und Catedral de la Seu durchs Barri Gòtic und über den La Boqueria-Markt mit mehreren Café con leche-Pausen zurück.

Abends finden eine Welcome Reception des Symposiums und zahlreiches Händeschütteln statt.

Donnerstag, 7. April 2011

Um 8:10 Uhr (nach meiner inneren Uhr 2:10 in der Nacht…) darf ich mit meinem Vortrag das wissenschaftliche Programm des Symposiums eröffnen. Alles verläuft ohne größere Pannen. Lediglich die Fragen, die gestellt wurden, waren teilweise akustisch (man hat wohl vergessen, die Position des Vortragenden in die Beschallungsplanungen des Veranstaltungsraumes einzubeziehen…) und inhaltlich kaum verständlich. Mein Beitrag wird am Ende des Symposiums neben zwei weiteren mit einem „Young Investigator Award“ ausgezeichnet. Insofern werden die Probleme mit den Fragen nicht so bedeutend gewesen sein und das Symposium kann als Erfolg gewertet werden.

Am Abend findet für die Symposiumsteilnehmer eine geführte, aber nur bedingt informative Führung in der Umgebung der Kathedrale statt, anschließend ein gemeinsames Dinner in einem Restaurant an der Strandpromenade im olympischen Hafen.

Freitag, 8. April 2011

Zum Begleitprogramm des Kongresses gehört heute eine Führung in Gaudis Sagrada Familia. Ich war bereits 2003 einmal in Barcelona. Seitdem ist das Dach des Kirchenschiffs geschlossen und der Innenraum samt (überwiegend vorläufiger) Fensterverglasung, Altarraum und Orgel fertig geworden. Zum Papstbesuch Ende 2010 wurde auch das gesamte Baumaterial aus der Kirche geschafft. Schon 2003 war ich fasziniert vom Licht in der Kirche, der Altarraum war bereits damals (teilweise?) mit Buntglas verglast. Jetzt kommt ein sehr beeindruckender Raum hinzu. Den beiden fertiggestellten Prunkfassaden allerdings kann ich nicht besonders viel abgewinnen. Gaudis Geburtsfassade ist unübersichtlich und überfrachtet und wirkt ein wenig kitschig. In der modernen Passionsfassade, die nach Gaudis Tod vom katalanischen Künstler Subirachs gestaltet wurde, ist eher „weniger ist mehr“ das Konzept. Trotzdem wirkt sie nicht wirklich zeitlos und zumindest auf mich wenig ansprechend.

Nach der Besichtigung wird das Symposium auf den Tibidabo-Berg zum Dinner gefahren. Eine sehr schöne Aussicht über Barcelona bei leckeren Tapas und Rotwein…

Samstag, 9. April 2011

Das Symposium endet im Lauf des Vormittags. Ich beginne mein privates Sightseeing-Programm mit einem Besuch des Picasso-Museums und einem ausführlichen Gang durch das Barri Gòtic mit Besuch der Santa Maria Del Mar Basilica. Das Picasso-Museum ist sicherlich ein bedeutendes Museum, aber ich meine mich zu erinnern, dass ich mich auch 2003 nicht wirklich dafür begeistern konnte. Interessant sind die chronologische Anordnung der Kunstwerke und damit die Verdeutlichung der Entwicklung. Aber es fehlen vielleicht die wirklich berühmten und beeindruckenden Kunstwerke des Künstlers, weshalb die Erwartungen nicht ganz erfüllt werden. Nach dem Museumsbesuch schlendere ich auch noch einmal über den La Boqueria Markt, dessen erste Erwähnung im frühen 13. Jahrhundert zu finden ist.

Für den Abend hatte ich mir eine Konzertkarte im Palau de la Música Catalana besorgt und genieße seit langem wieder einmal ein Konzert mit Mozart und Tschaikowsky in einem Saal mit exzellenter Akustik – von der hellen, lichtdurchfluteten und verspielten Modernisme Català-Architektur ganz zu schweigen. Der Palau de la Música Catalana gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Verizon-Hall im Kimmel Center in Philadelphia hat eine Akustik, bei der man ständig denkt, für einen Druckausgleich in den Ohren sorgen zu müssen, weil alles recht dumpf und akustisch sehr nackt herüberkommt… Insofern ist dieser Abend ein wirklicher Genuss. Danach wird dieser noch mit Jamon Iberica und einem Glas Rotwein in einer kleinen Taberna vervollkommnet.

Sonntag, 10. April 2011

Ich beginne den Tag mit einem Spaziergang zur Fundació Miró. Auch wenn ich Miró nicht wirklich zu meinen Lieblingskünstlern zähle, dieses Museum ist immer einen Besuch wert. Mit der Seilbahn fahre ich dann zum Castell de Montjuïc. Die Aussicht auf das Mittelmeer ist nett, aber nicht wirklich spektakulär.

Für eine kurze Siesta kehre ich zurück ins Hotel und breche dann noch zum Parc Güell auf. Ursprünglich war hier eine Gartenstadt mit 60 Villen geplant, die Gaudi planen sollte. Es entstanden aber nur 2 der geplanten Villen und einige Elemente der geplanten Gartenstadt wie ein von einer großen Terrasse mit der langen, berühmten, geschwungenen Bank überdachter Marktplatz eine große Freitreppe zur Terrasse und zwei Pförtnerhäuschen.

Ein netter Ausflug ins gute, alte Europa geht zu Ende. Abgesehen von den vielen Touristen, die überwiegend aus Deutschland und Finnland zu kommen scheinen – jedenfalls dominierten neben Englisch Deutsch und Finnisch das touristische Sprachengewirr – fällt hier vor allem auf, was es in der amerikanischen Öffentlichkeit nicht gibt: Überall sind Kinder, Kinderwägen, Spielplätze… Außer in unmittelbarer Nähe des Clark Parks sieht man in Philadelphia kaum Kinder oder Kinderwägen auf den Straßen, vielleicht abgesehen von herumhängenden meist farbigen Jugendlichen aus den sozial benachteiligten Schichten der amerikanischen Gesellschaft. Für alle anderen amerikanischen Kinder gilt: Das Leben spielt sich nicht im öffentlichen Raum ab und die Straße ist (nicht nur) für Kinder viel zu gefährlich und wird allenfalls mit dem Auto überbrückt…

Montag, 11. April

Rückflug nach Barcelona

Für Jakob war klar: „Papa … Auto … Nona … Frau.“ (Papa ist mit einer Frau im Auto nach Barcelona (Nona) gefahren), denn Papa wurde ja von einer Frau mit dem Auto abgeholt. Die Frau meines Chefs fuhr uns damals alle zum Flughafen…

Für den Rest der Familie bedeutete das beinahe eine Woche also ohne Papa. Sowohl Jakob als auch Johanna haben sich während der gesamten Woche sehr gut benommen. Fast täglich konnte Jakob Freund Linus und Freundin Baby sehen, was bei  Jakob immer zu guter Laune beiträgt. Bei unserem gemeinsamen Zoobesuch durften Jakob und Linus dann zusammen Zug fahren und übertönten alle anderen Kinder mit lautem  und begeisterten „Tutuh, tutuuuh!“. Natürlich durften auch Karusselfahrt, Ponyreiten und  Pommesessen nicht fehlen und so war auch das Wochenende schnell vorbei. Am Montag war es dann endlich soweit: Papa kam wieder aus  Barcelona zurück!!! Johanna, Jakob und Christine haben sich sehr gefreut. Zu Jakobs grosser Freude gab es dann auch noch „Schade“ (Schokolade) als Mitbringsel. Außerdem entdeckte Papa in Barcelona doch tatsächlich die vor ein paar Wochen im Kindergarten verschwundene „Atte“ (Giraffe) wieder. Wir dachten schon, eines der anderen Kinder hätte sie entführt. Dabei wollte sie nur ein wenig Urlaub in „Nona“ machen… Gemeinsam mit dem inzwischen hinzugekommenen Nachwuchs🙂 wurde „Atte“ dann nach Amerika geschmuggelt…

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