stettnersinusa

Kalifornien, Central Coast

In Uncategorized on 10. September 2012 at 00:56

Nach knapp 1 Woche in den Bergen mit tagsüber hochsommerlich warmen Temperaturen um 30°C und nächtlichen frischen 10°C brechen wir an Tag 6 an die Central Coast auf. Der kurvenreiche Abstieg aus den Bergen schlägt auf den Magen. Zum Glück war in Jakobs bislang nur Apfelsaft, der unverdaut wieder den Weg nach draußen sucht… Der Rest der Fahrt verläuft unkompliziert, zieht sich aber doch recht in die Länge. Nach einer Lunchpause im Cafe einer Ranch machen wir einen kurzen Abstecher zu einer der spanischen Missionen, die Ende des 18. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts entlang der kalifornischen Küste gegründet wurden. Die Missionen dienten der Christianisierung der indigenen Bevölkerung, aber auch als sichtbares Zeichen der Besitzansprüche der spanischen Krone.

Mission San Miguel

Die Küste empfängt uns mit dichtem Nebel und kühl-feuchtem Wind. In dem Moment, in dem ich ankündige, dass man gleich das Meer sehen kann, war nur noch der Nebel, zunächst von oben, dann von allen Seiten zu sehen. Wir beziehen unser Ferienhaus, das ohne Frage zu den besten bisher gehört: luxuriös, direkter Blick über die Küste (zumindest ohne Nebel), sauber, … Jakob fragt bereits am 2. Tag hoffnungsvoll: „Bleiben wir hier jetzt immer wohnen?“ Wir haben es eilig an den Strand zu kommen, halten es dort aber nicht allzu lang aus. Der kalte Wind vertreibt uns, und so verbringen wir noch ein wenig Zeit auf dem etwas windgeschützten Spielplatz.

Der Tag 7 beginnt  wieder im Nebel. In unmittelbarer Nähe zu unserem Ferienhaus liegt ein Naturschutzgebiet auf dem Gelände einer ehemaligen Ranch (Fiscalini Ranch Preserve). Hier verlaufen Wanderwege teils direkt an der Steilküste entlang. Johanna nutzt die Zeit zu einem ausgedehnten Vormittagsschlaf. Jakob bewältigt wieder einmal eine knapp 4 km lange Strecke und sucht gespannt nach neuen Tieren. „Ist das ein Zoo?“ Eindrucksvoll sind vor allem die Pelikane.

Um die Mittagszeit verzieht sich der Nebel. Wir fahren einige Meilen nach Norden an der Küste entlang, um eine Kolonie mit Nördlichen See-Elefanten zu besuchen. Im 19. Jahrhundert galten diese Tiere als ausgerottet. 1930 tauchten sie wieder vereinzelt auf. Seit 1990 siedelt eine ständig größer werdende Kolonie etwas nördlich von unserem Urlaubsort Cambria. Zur Zeit halten sich dort nur wenige 100 Jungtiere auf. Während der Paarungszeit in den Frühlingsmonaten werden aber gleichzeitig mehrere 1000 See-Elefanten gezählt. Inzwischen werden jährlich weit mehr als 1000 Jungtiere geboren. Unser 2. Ausflugsziel, das Point Piedras Blancas Light House, ist leider nicht zugänglich.

Einige Zeit verbringen wir dann noch auf dem Spielplatz und am Strand.

An Tag 8 wollen wir das Hearts Castle besuchen. Zunächst ist allerdings Jakob ein wenig missgestimmt. Wir müssen daher zuerst noch einmal bei den See-Elefanten vorbei. Pflicht, auf allen Fahrten mitgenommen zu werden, sind Kinder-Camping-Stühle, die im Haus gefunden wurden…

Beobachten den Northern Sea Elephants

San Simeon Bay

Oberhalb der San Simeon Bay liegt das Hearst Castle. Wir machen eine der geführten Touren durch einen kleinen Teil des Hearst Castles. Nun ist Johanna etwas dysphorisch. Die gesamte Touristengruppe kennt uns nun, und eine ältere Dame schenkt Johanna mit der Erklärung, sie habe selbst 8 Enkelkinder, ihre Kette, die dann Johanna über längere Zeit ablenkt und beschäftigt. Ein Architektur-Führer über moderne Architektur in Amerika beschreibt: Das exotische Phantasieschloss zeigt, was geschieht, wenn eine simple Idee mit unbegrenzten Mengen an Zeit, Geld, architektonischem Talent und Enthusiasmus in Angriff genommen wird. Die simple Idee ist hierbei, mittelalterliche Artefakte aus Italien und Spanien zusammenzutragen und mehr oder weniger geschmackvoll zu vereinen. Durchaus imponierend, aber gleichzeitig wohl einreihbar in die überall in den USA präsenten Architektur-Fakes. Mit dem Bau wurde 1919 begonnen. Es entstanden über beinahe 30 Jahre ein Schloss mit 165 Zimmern, zahlreichen Nebengebäuden, einem Außen- und einem Innenpool, 127 Hektar großen Gärten, einem kleinen Kino und Gästehäusern. Ferner gehörte zu dem Anwesen der größte private Zoo der Welt, mit einer Vielzahl von exotischen Tieren wie z. B. Zebras, die man noch heute auf dem Anwesen grasen sehen kann. Unter der Gastfreundschaft des Multimillionärs William R. Hearst versammelte sich hier die politische Elite sowie Hollywood Sternchen.






Danach gehen wir in Cambria nett essen und suchen am Strand nach schönen Kieselsteinen.

Tag 9 starten wir ruhig auf dem Spielplatz und am Strand. Am frühen Nachmittag fahren wir Richtung Süden nach Morro Bay. Berühmt macht diesen Ort ein mächtiger Fels, der knapp vor der Küste aus dem Wasser ragt und zu den Nine Sisters gehört – neun Felsen vulkanischen Ursprungs (im Vulkankrater erstarrte Magma), die sich auf einer Linie zwischen Morro Bay und San Luis Obispo aneinanderreihen. Während unserer Suche nach einem geeigneten Ort, hatten wir auch Morro Bay in Erwägung gezogen und konnten jetzt mit Erleichterung feststellen, dass wir im etwas nördlicheren Cambria unsere Tage an der Central Coast verbracht haben. Z.B. liegt direkt gegenüber von Morro Rock eines der größeren Kernkraftwerke der USA…

Nach einer Eispause geht es weiter nach San Luis Obispo. San Luis Obispo wird als „little Santa Barbara“ bezeichnet, eine kleine etwas elitäre Universitätsstadt mit scheinbar etwas reicherer Klientel. Im Stadtzentrum reihen sich Boutiquen an Gellerien und Nobelläden. Jeden Donnerstag Abend findet im Stadtzentrum ein großer Farmer’s Market statt. Die eine Hälfte des Markts wird von Obst- und Gemüseständen gebildet, die andere von kulinarischen Angeboten, dazwischen Hüpfburgen und Straßenkünstler. Eine ganz nette Stimmung.

Den letzten Tag 10 an der Central Coast verbringen wir in unserem Haus, am Strand und auf dem Spielplatz. Am Abend, Jakob ist ein eifriger Helfer beim Einpacken: „Müssen wir schon wieder umziehen?“ Ja, morgen geht es auf der Route 1, der berühmten Küstenstraße, nach San Francisco. Ein paar wunderschöne Tage gehen zu Ende. Würden wir jetzt nicht die USA verlassen, wüssten wir, wo wir gerne noch einmal Urlaub machen würden…


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