stettnersinusa

Kalifornien, Kings Canyon and Sequoia National Parks

In Uncategorized on 5. September 2012 at 02:41

6 Stunden Flug und 3 Stunden Zeitverschiebung trennen die Ost- von der Westküste und damit Philadelphia von Kalifornien. Über die Hektik des Morgens vor unserer Abreise haben wir bereits berichtet. Sie wurde begleitet von verständlichen Fragen wie „Papa, wo sind alle Boxen?“, „Fahren wir jetzt nach Deutschland?“ oder „Warum müssen wir hier weg?“ Am Flughafen ist Jakob dann fasziniert vom Geschehen: Beladen, Entladen, Betanken, Parken, Starten etc. der Flugzeuge und kann den Abflug schließlich kaum noch erwarten: „Ich will jetzt endlich in den Himmel!“ Der Flug selbst vergeht dann weitgehend unproblematisch mit viel Apfelsaft, Keksen und Chips… und ein wenig erschöpftem Schlaf.

Mit dem Mietwagen machen wir uns dann von Los Angeles auf nach Nordosten zur ersten Station unseres Kalifornienurlaubs in der Nähe der Kings Canyon und Sequoia National Parks, die in der südlichen Sierra Nevada liegen. Auf dem Weg – die Mägen knurren und die Geduld auf den hinteren Sitzen erschöpft sich: „Ich will raus aus diesem Weg!“ – legen wir eine Dinnerpause zum Pommes- und Burgeressen sowie Einkaufen ein.

Pause im Black Bear Diner:

Danach beginnt der kurvenreiche Anstieg zu unserem Ferienhaus, das auf etwa 1000 m an der Grenze zwischen den Foothill Woodlands mit Blaueichen und Kiefern und dem Lower Montane Forest, in dem dann auf etwa 2000 m die berühmten Mammutbäume (Giant Sequoias) vorkommen und zu den Hauptattraktionen der beiden National Parks zählen. Die engen und kurvigen Bergstraßen gefallen niemandem so richtig. Das Ferienhaus ist ganz nett, sehr geräumig und liefert wegen der vielen Bücher und herumliegenden Spiele, die nur dazu verleiten, im gesamten Haus verstreut zu werden, ein wenig Konfliktpotential. Es hat die üblichen Mängel eines nicht oder nur wenig Besitzer-genutzten und etwas vernachlässigten Ferienhauses wie blinde Panoramafenster, kaum wasserführenden Dusch- und Badewannen-Wasserleitungen, gründlich reduzierte Kücheneinrichtung, etc. – soll aber angeblich einer der Designerinnen der ersten Barbie-Puppen gehören… Trotzdem genießen wir die Zeit hier sehr: ein sternenklarer Nachthimmel, Coyoten-Gebell und -Geheul abends, ein kleiner See, eine große Veranda, Katzenbabys auf dem Anwesen, eine Feuerwehrstation direkt daneben …

Tag 1 beginnen wir mit „Ausschlafen“ (v.a. Jakob), Akklimatisieren, die Umgebung des Ferienhauses erkunden und einer ersten Fahrt in den Kings Canyon National Park. Das Ferienhaus liegt mit 3 weiteren etwas oberhalb eines kleinen Sees. Am See gibt es einen Volleyball- und Grillplatz. Schnell werden auch die Kinderbücher und Spiele im Haus entdeckt.



Am frühen Nachmittag geht es dann zum ersten Mal zu den Mammutbäumen in der Nähe des Grant Grove Village. Jakob lässt sich durchaus dafür begeistern, zu den „größten Bäumen der Welt“ zu fahren. Und tatsächlich: diese riesigen, viele hundert Jahre alten Bäume mit teils eindrucksvollen Brandnarben sind sehr beeindruckend. Über 80 m hoch, Durchmesser der Stammbasis über 10 m, einzelne Äste mit einer Dicke von 2 m, …



An Tag 2 steuern wir den General Sherman Tree an, der als größter lebender Baum der Erde eingeschätzt wird und über 2000 Jahre alt ist. Vom General Sherman Tree starten wir in den Congress Trail, der an weiteren eindrucksvollen Mammutbäumen entlang führt. Johanna und Jakob bewältigen die gut 4 km beinahe. Lediglich der letzte 3/4 km wird in der Kraxe überbrückt.



Danach geht es noch weiter zum Moro Rock, einem großen Granitfelsen, den man über eine lange Treppe besteigen kann. Wir nehmen nur den untersten Teil der Treppe bis zum ersten Rundumblick über die Sierra. Danach wird es mit unseren bewegungsfreudigen Kindern etwas zu gefährlich.


Der Tag 3 wird ruhiger verbracht und v.a. mit einer kürzeren Autofahrt. Wir besuchen Cat Haven, eine Aufzuchtstation und Herberge für Wildkatzen. Mehrere der Tiere entstammen dem Hollywood-Betrieb und waren für Filmproduktionen vorgesehen, konnten dann aber aus verschiedenen Gründen hierfür nicht verwendet werden. Wir sehen Luchse, Leoparden, Jaguare, Tiger, Löwen etc. Jakob und Johanna sind beide begeistert. Nicht nur bei den schwarzen Leoparden staunt Jakob: „Das hab ich ja nie noch nicht gesehen!“ Die Rückfahrt führt über einen kleinen Tankstellenladen. Hier dürfen sich Johanna und Jakob etwas aussuchen, die Wahl fällt auf einen Lollipop.

Auf der anderen Seite der Straße, die zu unserem Ferienhaus führt, liegt eine kleine Feuerwehrstation, die nur in den Sommermonaten v.a. zur Bekämpfung der Waldbrände besetzt ist. Die beiden Feuerwehrmänner scheinen unseren Besuch als willkommene Abwechslung anzusehen und führen uns ihren Truck in allen Einzelheiten vor, lassen Jakob hinter dem Lenkrad sitzen, Wasser verspritzen, das Äquivalent des Martinshorns anschalten. Wir verbringen dort bestimmt eine gute Stunde. Eine weitere Attraktion ist die Katzenfamilie auf dem Anwesen, auf dem sich unser Ferienhaus befindet.


An Tag 4 geht es in den Kings Canyon, der die Gebirgszüge stellenweise 2500 m und damit einige hundert Meter tiefer einschneidet als der Grand Canyon und das tiefste durch einen Fluss geschaffene Tal in den USA darstellt. Wir bestaunen aus dem Auto heraus die beeindruckenden Schluchten und Gebirgszüge, laufen zum Wasserfall des Roaring Rivers (der wegen der Nierderschlagsarmut der vergangenen 12 Monate nur recht wenig Wasser führt) und verbringen einige Zeit am Kings River und werfen Steine und Stöckchen ins Wasser. Auf dem Weg liegen berühmte Tropfsteinhöhlen (Boyden Cavern). Jakob und Johanna, beide noch nicht richtig aus dem Mittagsschlaf aufgewacht, wollen endlich „nach Hause“ und fällen die Entscheidung gegen den Besuch der Höhlen. Auf dem Rückweg gehen wir zur Feier des Tages in der Pinehurst Lodge Pommes, Burger und Quesadilla essen.


Zum Abschluss des Tages wird der Feuerwehr ein weiterer Besuch abgestattet…

Den letzten Tag 5 verbringen wir im Ferienhaus und auf dem Anwesen. Das gesamte Areal, das einige Quadratkilometer misst, gehört deutschen Architekten, die hier eine ökologische Muster(ferien)siedlung aus dem Boden stampfen wollten. Bis zu 160 Häuser, Privatflughafen, Hotel etc. Mit der Finanzkrise sind diese Pläne weitgehend gestorben und auch kaum nachvollziehbar. Die Lage des Ortes, der mit weit verstreuten Häusern nicht einmal 150 Einwohner zählt, ist ein wenig abseits der Touristenströme, nicht nur jener, die die beiden erwähnten National Parks ansteuern, sondern auch allgemein. Denn beide Parks stehen deutlich im Schatten des benachbarten und wesentlich berühmteren Yosemite-Parks, der nicht all zu entfernt ein Vielfaches an Besuchern anzieht.

Mehrmals besuchen wir lange die Katzenfamilie, spielen und lesen mit den Kindern, drehen eine Ruderbootrunde auf dem See und bereiten unsere Abfahrt vor. Denn an Tag 6 geht es dann an die Central Coast nach Cambria.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: