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Boston

In Uncategorized on 13. Juni 2012 at 19:38

Nach 2010 in San Antonio und 2011 in Minneapolis findet dieses Jahr das SLEEP Meeting in Boston statt. Boston ist eine der ältesten Städte der USA, inoffizielle Hauptstadt New Englands und eine der größten Metropolregionen der USA mit einem Einzugsgebiet für bis zu 7,6 Millionen Menschen. Boston, 1630 gegründet, bekam bereits wenige Jahre später (1636) in unmittelbarer Nachbarschaft jenseits des Charles River die erste Universität der neuen Welt – die berühmte Harvard University. Und nicht nur diese macht Greater Boston auch heute noch zu einem der bedeutendsten Universitätsstandorte der USA. Neben Harvard findet sich hier u.a. das Massachussets Institute of Technology, kurz MIT, und das Berklee College of Music. Entsprechend elitär präsentiert sich Boston. Die Mieten sind exorbitant hoch. Die Anzahl der Akademiker aus aller Welt, die ohne Gehalt an einer der Eliteuniversitäten oder mit einem mitgebrachten Stipendium arbeiten, ist riesig, da man sich erhofft, mit Harvard oder MIT im Lebenslauf beste Aussichten auf eine steile akademische Karriere zu haben. Auch wir haben die heiligen Hallen der Harvard Medical School besucht. Eine Kollegin aus „meinem“ Labor ist im Frühjahr in eine Arbeitsgruppe an der Harvard Medical School gewechselt und erzählt von Bedingungen, die nur schwer nachvollziehbar sind, aber von allen akzeptiert werden, weil man dafür ja im Elfenbeinturm der Eliteforschung arbeiten darf. Z.B. hat keiner in der erwähnten Arbeitsgruppe einen Arbeitsvertrag. Wenn es einem nicht mehr gefällt, kann man morgen die Arbeitsgruppe verlassen. Wenn andererseits die eigene Leistung nicht den Erwartungen entspricht, bekommt man wohl immerhin 6 Monate Zeit, sich etwas anderes zu suchen. In der fortgeschrittenen akademischen Laufbahn, in der in den USA alles viel mehr von eigenen, eingeworbenen Forschungsdrittmittelgeldern abhängt (u.a. auch das eigene Gehalt) als in Deutschland, kann es schon einmal vorkommen, dass man auf einmal ohne Grant und damit ohne Gehalt dasteht, weil eine Forschungsförderung nicht verlängert oder der eigentlich aussichtsreiche Antrag doch nicht gefördert wurde. In der erwähnten Arbeitsgruppe gibt es wohl einen solchen Fall. Der Kollege arbeitet nun seit über einem halben Jahr Tag und Nacht ohne Gehalt…

Harvard Medical School

Boston ist auch ein bedeutender Kulturstandort: Boston Symphony Orchestra, Boston Opera House, Museum of Fine Arts, … und eine Reihe weiterer Einrichtungen genießen  weltweit höchstes Ansehen. Für das Museum of Fine Arts habe ich mir einen Vormittag Zeit genommen und einen Teil, die neuere amerikanische und europäische Kunst ausführlich, und die Antikensammlung im Schnelldurchlauf, angesehen. 3 sehr schöne, meditativ ruhige Stunden.

Museum of Fine Arts

Der Kongress selbst war ganz nett, meine Teilnahme wäre aber wohl nicht unbedingt notwendig gewesen. Möglicherweise wäre die Zeit effektiver genutzt gewesen, wenn ich an den Projekten weitergearbeitet hätte, die hier in den kommenden Wochen zum Abschluss gebracht werden müssen. Unser Posterbeitrag fand auch – zumindest während der Stunde, in der die Autoren für mögliche Diskussionen am Poster bereitstehen sollten – nur einen (1!) ganzen Interessenten… Die kulinarischen Ausflüge mit der gesamten Gruppe waren aufgrund der Gruppenentscheidungsunfähigkeit gewohnt „schwierig“. Am ersten Tag wollten wir z.B. nur kurz irgendwo etwas zum Lunch essen, und zogen doch 1 1/2 Stunde durch Boston, weil das erste eigentlich nett aussehende Restaurant noch zu weit weg vom Konferenzzentrum war und alle nachfolgenden Restaurants zu teuer, zu voll, zu klein, zu laut etc. waren. Eindrucksvoll war am letzten Abend der Besuch eines der Hafenrestaurants und hierbei v.a. die Größe der Fish N Chips Portion – vom Fett- und Kaloriengehalt ganz zu schweigen …

Die Zugfahrt von Philadelphia nach Boston – etwa 6 Stunden – ist übrigens recht schön. Zunächst kann man kurz vor New York immer wieder kurz einmal einen Blick auf die Skyline von New York werfen. Im nördlichen Teil (Rhode Island und Connecticut) fährt man dann immer wieder an der Atlantikküste entlang und durch kleine Hafenstädte durch, Yachthäfen, eindrucksvolle Sommerresidenzen der New Yorker und Bostoner Highsociety, Golfclubs, Badestrände, Marschlandschaften, …

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