stettnersinusa

Zwischen den Jahren…

In Uncategorized on 1. Januar 2012 at 20:15

… begann mit Hänsel und Gretel und einem fast einwöchigen Unterhaltungsprogramm überwiegend für Jakob. Mama und Papa hätten sich vielleicht die eine oder andere ruhige Stunde zu Hause gewünscht. Aber Jakob und Johanna sind zusammen zu Hause kaum auszuhalten, es sei denn man vollzieht strikte Geschlechtertrennung… Es fehlt ganz eindeutig das Energieventil Kindergarten für Jakob. Kaum eine Minute vergeht, ohne dass Jakob Johanna ärgert, alles haben will, womit sich Johanna gerade beschäftigt. Wenn man dann Jakob darauf hinweist, dass er doch kein Baby mehr sei, ist auf einmal nicht mehr viel von dem „Ich bin groß!“ vorhanden. Stattdessen heißt es: „Bin ein kleines Baby! Will auch haben“ So haben wir jetzt wohl alle saisonal vorhandenen Modelleisenbahnen besichtigt: In der SEPTA-Zentrale, auf dem Reading Terminal Market, im Morris Arboretum, im Brandywine River Museum, in Longwood Gardens, … Jakobs Ausruf „Ein Zuuug!“ können wir kaum mehr hören. Das alles soll natürlich nicht heißen, dass wir nicht sehr schöne Tage verbracht haben. Und ruhige Feiertage und Weihnachten können wir ja auch in 20 Jahren noch genießen…

Aber zurück zu Hänsel und Gretel: Jakob sitzt mit offenem Mund im Theater und verfolgt das Spektakel auf der Bühne. Die Pause ist viel zu lang, denn ganz offensichtlich war die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt. Eine schöne Aufführung des Storybook Musicle Theater mit Reduktion der beinhalteten Grausamkeiten auf ein Minimum. Während Mama und Jakob in der Märchenwelt versinken, gehen Johanna und Papa bei Du.nkin Donu.ts Kaffeetrinken. Johanna zieht den schokolierten Donut eindeutig ihrem Brei vor… Danach durchstreifen wir noch 2 Geschäfte. Johanna liebt es, im Kindersitz eines Einkaufswagens durch die Gänge geschoben zu werden. Da das Theater in der Nähe unserer Stamm-Einkaufsmall liegt, schauen wir auch dort kurz vorbei, v.a. weil Jakobs Schuhe zu klein werden. Wie kann dieses Baby von vor 3 Jahren inzwischen nur so große Füße bekommen haben??? Jakob überrascht uns ziemlich: Ohne groß zu zögern, sucht er sich Schuhe aus, will sie gleich anlassen und nimmt sie abends mit ins Bett. Warum das eine besondere Erwähnung wert ist: Jeder Wechsel von alten zu neuen, Sommer- zu Winterschuhen, normalen zu Wanderschuhen … hat in der Vergangenheit immer zu lang anhaltenden Schreiattacken geführt… Da der Tag nach Weihnachten einer der absoluten Schnäppchentage in den USA ist, kommt natürlich zu den Schuhen noch das eine oder andere Kleidungsstück für Mama und Papa hinzu und wir verbringen wieder einmal einige Stunden mit Shoppen.

Jakobs Vorliebe für Züge bringt uns am Dienstag ins Brandywine River Museum, ein kleines Museum etwas außerhalb von Philadelphia, das sein Hauptgeschäft in den Wochen um Weihnachten mit Familien machen dürfte, die die zugegebenermaßen beeindruckende Modelleisenbahn sehen wollen. Der längste Zug hatte 140 Waggons! Attraktion für Jakob waren aber natürlich Thomas und Percy – Zugcharaktäre, die in den USA wohl jedes Kleinkind begleiten. Beeindruckt war Jakob auch von den Puppen und Puppenhäusern. Bekannt ist das Museum für eine der größten Sammlungen von Werken der amerikanischen Künstlerfamilie Wyeth (N.C. Wyeth, Andrew Wyeth, Jamie Wyeth).

Am Mittwoch gönnen wir uns einen Ausflug in die Longwood Gardens, eine riesige Parkanlage, die im frühen 20. Jahrhundert von der DuPont-Familie, Eigentümer des gleichnamigen Chemieriesen, als Sommersitz erworben und kontinuierlich erweitert wurde. Heute besuchen jährlich etwa eine Million Besucher die Parkanlage, ein nicht ganz billiges Unterfangen. Der Eintritt kostet für jeden Erwachsenen 25 Dollar. Abgesehen von einem großen Gewächshaus ist natürlich im Winter nicht allzuviel zu sehen. Allerdings wird hier in den Wochen um Weihnachten eine Modelleisenbahn aufgebaut (hätte man bei der Einleitung zu diesem Post ja erahnen können…). Hauptattraktion sind aber die Lichtinstallationen mit hunderttausenden von Lämpchen. Und auch, wenn kein Unterschied zum letztjährigen Spektakel auszumachen ist, sagt selbst Jakob am Ende des Tages auf die Frage, was heute besonders schön war: „Die Lichter in den Bäumen!“ Für viele Besucher ist auch eine riesige Orgel mit 10.010 Pfeifen eine der Attraktionen. In der Weihnachtszeit finden stündlich Sing Alongs mit Orgel und Weihnachtsliedern statt.

Am Donnerstag nutzen wir Freikarten zum Kinderspielecafé The Little Treehouse, die wir bei der Geburtstagsparty von Jakobs Kindergartenfreundin vor ein paar Monaten bekommen haben. Die Idee eines Kinderspielecafés ist ziemlich gut, die Grundausstattung war es auch einmal. Inzwischen können noch Kinder im Alter von 6-24 Monaten noch ganz gut dort spielen. Spielelandschaften und Spielsachen für größere Kinder wie beispielsweise ein Kaufladen, eine größere Küchenlandschaft oder eine Holzeisenbahn sind defekt, nicht mehr ausgestattet oder die spärlichen Spielutensilien bereits 1 Stunde nach Öffnung im gesamten Café verstreut. Das bedeutet, dass es Kinder wie Jakob schwer haben, dort sinnvoll spielen zu können. Für Jakob blieb über lange Zeit nur, die verbliebenen 3 (in Worten drei!) Wägen der Holzeisenbahn zu ergattern und eine Weile unter Einsatz aller fairen und unfairen Methoden zu verteidigen. Da das Morris Arboretum mit einer schönen Modelleisenbahn um die Weihnachtszeit nur wenige Autominuten vom Spielecafé entfernt liegt, schauen wir auch hier für einen kurzen Besuch vorbei.

Am Freitag schaffen wir es endlich einmal, Freunde, die schon vor über 1 Jahr nach Pennington in New Jersey gezogen sind, zu besuchen. Sie gehören zu den ersten Freunden, die wir hier kennen gelernt haben. Gavin ist etwa so alt wie Jakob und hat vor kurzem ebenfalls ein Schwesterchen bekommen. Wir verbringen einen schönen, ruhigen und unkomplizierten Vormittag in Pennington und fahren dann noch ins wenige Kilometer entfernte Princeton, um dort das Art Museum der Universität zu besuchen und ein wenig über den Campus dieser Eliteuniversität zu schlendern. Einige Gebäude stammen aus den frühen Zeiten dieser Universität (18. Jahrhundert). Der Rest ist aber geprägt vom Stil der Neo-Fakes öffentlicher Gebäude und insbesondere Bildungseinrichtungen in den USA. Als Beispiel sei hier die University Chapel genannt, eine zugegebenermaßen beeindruckende „gotische“ Kathedrale – erbaut zwischen 1924 und 1928. Immerhin sind die Stilfakes, die an derart bedeutenden Orten wie der Princeton University zu finden sind, ohne größere Brüche vollendet. Schon seit langem habe ich vor, einmal eine Fotostrecke mit „einseitig“ eindrucksvollen Stilfakes zu erstellen – z.B. vorne eine neohelenistische Fassade, hinten ein Parkhaus oder eine ordinäre, unverputzte Stahlbetonwand… Auf der Rückfahrt gibt Johanna seit langem wieder einmal ein lang andauerndes Schreikonzert – beinahe 1 Stunde lang frisst sich das Geschrei in das Gemüt der anwesenden Personen. Leider kommt an amerikanischen „Autobahnen“ nicht all paar Kilometer ein Rastplatz… Hätte dieses Kind nicht inzwischen 6 Zähne, würde am Sofa entlang laufen und laufend Gegenstände vor sich hin schieben, auf die Couch klettern, „Mama“ und so etwas wie „Jana“ oder „Nana“ für Jakob sagen, dann könnte man fast meinen, jemand hätte die Uhr um 6 Monate zurückgedreht. Denn damals war Autofahren = Schreikonzert.

Silvester: Jakob und Mama besuchen eine Kinderparty mit einem Kinderkonzert im Philadelphia Museum of Art. Abends fahren wir alle zum Feuerwerk am Delaware River. Während Johanna staunend in den Himmel guckt, will Jakob nach Hause. „Will nach Hause, habe Angst“ heult er. „Brauchst keine Angst haben.“ versuchen die Eltern zu beschwichtigen. „Doch, brauche Angst haben!“ erwidert der Sohn. In Philadelphia sind private Feuerwerke verboten. Die Stadt veranstaltet dafür um 18 und 24 Uhr ein großes Feuerwerk. Das neue Jahr begann für aller der stettnersinusa-Familie unbemerkt im Schlaf. So ein verschlafener Jahreswechsel könnte häufiger stattfinden, denn: Johanna schläft doch tatsächlich ohne Aufwachen und längere Schreiphase von 19 bis 5:30 Uhr! Wir haben wieder einmal einige Nächte Schlaftraining hinter uns. Meistens wacht sie um etwa 22 Uhr für einen größeren Pups auf. Ab 4 Uhr beginnt meistens eine etwa 1 1/2 stündige Wachphase, die im eigenen Bett allenfalls schreiend durchgestanden wird. Im Bett der Eltern ist sie dagegen besonders lustig, es will gespielt werden: Papas Augen aufmachen, unter die Bettdecke gucken, Papa an den Haaren ziehen, ein wenig kuscheln und vortäuschen, man würde jetzt wieder einschlafen, nur um kurz später kleine Finger in Papas Mund zu stecken, …

An Neujahr steht die alljährlich stattfindende Mummers Parade auf dem Programm. Hintergrund und Bilder sind im entsprechenden Bericht vom Jahresbeginn 2010 nachzulesen. Wir wünschen allen Bloglesern:

Happy New Year!

  1. Ich komme leider nur noch selten zum blogschmöckern und gucke auch hier nur noch selten vorbei.
    Ich bin ja über eure Ferienaktivitäten beeindruckt. Nie und nimmer würde mein Mann mit unseren Kindern ein Museum betreten – zu laut, zu viel Energie usw. Wir haben das Faulsein zu Hause genossen, mit dem Ergebnis und der Erkenntnis das die Kinder „Auslauf“ brauchen.

    Liebe Grüße aus Deutschland und ein gesundes neues Jahr

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