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Das Ende des Blogs

In Uncategorized on 4. November 2012 at 08:56

Manche Blogleser werden sich inzwischen gefragt haben, ob und wie es mit dem stettnersinusa-Blog weitergehen wird. So langsam sind wir endgültig in Deutschland angekommen. Seit ein paar Tagen arbeite ich wieder in der Klinik. Ende November können wir in unsere neue Wohnung einziehen. Und sogar unsere Überseekiste ist kürzlich angekommen. Wir haben sie zu unserem Umzugsunternehmen umleiten lassen, bei dem auch noch unser gesamter Hausrat aus alten Zeiten lagert. Die Überseekiste benötigte für den Weg über den Atlantik und nach Göttingen nun so lange, dass wir keine Lust dazu haben, die vielen Kisten in der Kiste auszupacken, um sie nach einigen Tagen wieder einzupacken und in die neue Wohnung zu transferieren. Unser USA-Abenteuer hat damit ein vorläufiges Ende erreicht.

Deutschland. Ja, Deutschland hat uns schnell wieder absorbiert. Dabei fällt uns manches mit unserem über 3 Jahre amerikanisierten Blick negativ auf: Die rasenden und rücksichtslosen Autofahrer z.B., oder dass überall und auch in unmittelbarer Nähe von Kindern hemmungslos geraucht wird (der Raucherpavillon des Uniklinikums befindet sich beispielsweise so gut wie auf dem Spielplatz der Kinderklinik). Man mag von der amerikanischen Oberflächlichkeit und den dazugehörenden Alltagsfloskeln halten, was man mag. Aber sie führt wohl dazu, dass in vielen Situationen, in denen in Deutschland die Stimmung kippt, jemand gereizt oder rücksichtslos reagiert, drängelt, Kinder oder Hilfsbedürftige genervt auf eine niedrigere Stufe setzt, noch längst eine gewisse freundliche Gelassenheit besteht – Oberflächlichkeit hin oder her. Vieles andere genießen wir dagegen sehr: Spielplätze, Einkaufsmöglichkeiten, den breiten öffentlichen Wohlstand, Schwimmbad, kurze Wege, dass sich das Leben viel mehr im öffentlichen Raum abspielt samt Anwesenheit von Kindern, Johannas und Jakobs Kindergarten,… Wir vermissen natürlich unsere Freunde in Philadelphia, unsere recht sorglose Alltagsroutine und die viele Zeit, die wir in Philadelphia hatten, die Foodtrucks auf dem Campus und Halloween. Die Halloweenparty im neuen Kindergarten war zwar sehr schön. Jakob meinte aber: „Ich mag mal wieder richtiges Halloween!“

Firefighter Jakob

Aber zurück zum Blog: Wir haben schon vor einiger Zeit beschlossen, dass es einen „stettnersindeutschland“-Blog nicht geben wird. Vieles Privates und Berufliches, über das wir jetzt berichten könnten, würde eigentlich den Schutz der räumlichen Distanz oder Anonymität benötigen. Mit zumindest zwiespältigem Gefühl verfolge ich einige Familienblogs, die einen Rest an Anonymität insbesondere der Kinder im WWW nicht wirklich erreichen können oder wollen. Goo.gle und Co haben selbst mir ohne jegliche negativen Absichten ermöglicht, so manche Pseudoanonymisierung auf einigen Blogs zu knacken… Darüber hinaus ist der Zeitaufwand, der mit dem mehr oder weniger regelmäßigen Führen eines Blogs verbunden ist, einfach sehr groß. Trotzdem: Es hat sehr großen Spaß gemacht, dieses Blog zu führen. Auch wenn ein Blog wohl nur selten das wirkliche Leben widerspiegelt – ein paar Schicksalsschläge, die nervigen Seiten des Alltags, so manche innerfamiliären Spannungen, etc. erscheinen nicht oder allenfalls zwischen den Zeilen in unserem Blog – das stettnersinusa-Blog ist für uns selbst ein tolles Tagebuch geworden. Nicht selten ertappe ich mich dabei, im Archiv zu schmökern, alte Bilder durchzusehen und Berichte zu lesen. Wir haben über das Blog einige nette Bekannt- und Freundschaften geschlossen. Über 300 Einträge und Berichte sind entstanden. Tausende Fotos haben wir mit unseren Blog-Lesern geteilt. Über 35.000 Mal ist unser Blog aufgerufen worden. Besucher aus über 50 Ländern sind auf unseren Seiten gelandet, allen voran natürlich aus Deutschland und den USA. Die „verkehrsreichsten“ Tage lagen um Johannas Geburt und dann noch einmal ohne erkennbarem Anlass im Februar 2012. Manchmal wäre es spannend gewesen, zu erfahren, wer bei stettnersinusa mitliest. Und vielleicht wollen Sie uns das ja noch verraten? Das geht sehr einfach: Am Ende jedes Eintrags gibt es eine Möglichkeit, einen Kommentar abzugeben oder eine kurze Nachricht zu schicken…

Vielleicht werden wir in größeren Abständen per Email mit den schönsten Fotos über unseren Alltag und Neuigkeiten berichten. Ohne Gewähr, dass diese Email-Updates tatsächlich erfolgen: Wer Email-Updates erhalten möchte, darf uns gerne eine Email-Adresse mitteilen (entweder über die Kommentarfunktion oder per Email, meine Email-Adresse ist hier zu finden). Und auch, wenn das jetzt ein wenig schwer fällt:

Take care and bye-bye!

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Indian Summer in Göttingen #2

In Uncategorized on 21. Oktober 2012 at 10:44

Weiterhin wunderschönes Herbstwetter in Göttingen. Hunderte Familien hatten am Samstag Nachmittag wie wir den Spielplatz auf den Schillerwiesen als Ziel ausgesucht. Und halb Südniedersachsen schien sich am Sonntag im Biergarten/Kiosk am Kehr zu versammeln. Schön war es trotzdem…

Indian Summer in Göttingen

In Uncategorized on 19. Oktober 2012 at 10:43

Bilderbuch-Herbst in Göttingen. Unser Fahrradweg durch den Göttinger Stadtwald zum Kindergarten und zurück wird immer bunter. Und die Nachmittage zu Hause werden draußen verbracht, u.a. auch damit, unsere Nachbarn, die Ziegen, zu füttern.



Familientreffen #2 und Neues von der Überseekiste

In Uncategorized on 18. Oktober 2012 at 02:19

Nachdem ein Familientreffen mit Christines Familie anlässlich der Taufe von Johannas und Jakobs Cousine bereits kurz nach unserer Rückkehr nach Deutschland stattfand, kam es nun zum Familientreffen mit Georgs Familie: Das vergangene Wochenende haben wir in Jesserndorf verbracht, und so (beinahe) vollständig hat sich die gesamte Familie schon lange nicht mehr getroffen. Jakob fand ein paar „neue Freunde“. Johanna rannte einfach mit, wohin sie mitkam und geduldet wurde. Ein schönes Wochenende voller Leben, Kindergeschrei, Äpfel, Kirchweih, Spieleisenbahn, …

In der vergangenen Woche haben wir auch wieder einmal eine Nachricht von unserer Überseekiste erhalten. Leider nur vom Zoll in England (unsere Kiste nimmt diesen indirekten Weg und erreichte dort die EU-Außengrenze). Wir hatten gehofft, die Reise der Kiste wäre weiter fortgeschritten, denn das Schiff sollte bereits am 22.09. in England angekommen. Jedenfalls wollte der Zoll eine genaue Beschreibung des Regenschirms, den wir auf unserer Packliste gemeinsam mit 2 Strandsonnenschirmen erwähnen. Ja, wie beschreibt man einen Regenschirm? Ein großer, liebgewonnener 2-Frau/Mannschirm halt… Aber vielleicht gibt es ja Umbrella-Gewehre oder ähnliche gefährliche Umbrellas… Der Zoll war mit der Beschreibung zufrieden und gab unsere Kiste bereits am nächsten Tag frei.

Philadelphia – Rückflug – Esslingen – Göttingen

In Uncategorized on 8. Oktober 2012 at 08:14

Nach unserem Kalifornienurlaub ging die Abwicklung unseres USA-Abenteuers und der Umzug in die alte Welt ganz schnell. Zeit und Kraft reichten nicht zum Bloggen. Dafür kommt hier jetzt eine Zusammenfassung der letzten Wochen:

Vor unserer Rückkehr nach Deutschland verbringen wir noch 2 Tage in Philadelphia und dürfen Gäste bei Jakobs bestem Freund und dessen Familie sein. Für Jakob und Johanna bedeutet das noch einmal eine Möglichkeit, ausgiebig mit denn besten und lieb gewonnenen Freunden zu spielen. Für die stettnersinusa-Eltern bedeutet das, die 7 Koffer zu packen, letzte Dinge zu besorgen, letzte Besprechungen und Arbeiten im Labor zu absolvieren, Freunden und Kollegen „Good bye“ zu sagen, … 2 intensive und prall gefüllte Tage. Am Ende sitzen wir mit unserem 6-teiligem Handgepäck, Kinderwagen und 2 Autositzen im Flughafen und warten auf den Abflug.

Abschied vom Labor:

Die letzten Minuten auf amerikanischem Boden:

Über den Flug selbst gibt es nicht besonders viel zu berichten. Mit viel Gepäck ist der Frankfurter Flughafen eine Katastrophe. Von der Gepäckausgabe bis zum Mietwagen brauchen wir mehr als 2 Stunden. Beinahe alle Aufzüge sind zu klein für einen voll beladenen Gepäckwagen. Rolltreppen scheiden sowieso aus. Niemand, der einem helfen oder einfach einmal unaufgefordert den einzigen Aufzug aufhalten würde, der 2 überbeladene Gepäckwägen und einen Kinderwagen fasst, oder einfach nur den Weg frei machen würde, damit unsere kleine Karawane passieren könnte. Avi.s hat natürlich den am entferntesten gelegenen Parkplatz im Parkhaus… Erstes Ziel in Deutschland ist Esslingen, um Oma Brigitte und Opa Willi wiederzusehen. Und natürlich, um bei der Taufe von Jakobs und Johannas Cousine dabei zu sein.

Nach 3 schönen Tagen in Esslingen geht es weiter nach Göttingen. Wir beziehen dort unser Übergangshaus, da sich der Mietvertrag einer schönen Mietwohnung ja leider in Luft aufgelöst hatte. Das Haus liegt „in bevorzugter Höhenlage“ (das wäre zumindest die Beschreibung in einem Makler-Exposé) mitten im Göttinger Stadtwald. Die Nachbarn weisen uns auch direkt darauf hin, dass Waschbären, Rehe, Wildschweine, Füchse und einige wilde Katzen regelmäßige Besucher der kleinen Siedlung sind. Der Weg in die Stadt ist angenehm, es geht nämlich je nach Ziel bis zu 5 km kontinuierlich den Berg hinunter. Umgekehrt sieht das etwas anders aus… besonders mit Fahrradanhänger und 2 Kindern…

Die ersten Tage in Göttingen werden von der Tatsache bestimmt, dass wir noch einen Mietwagen haben. Wir holen einige wichtige Dinge wie z.B. unsere Fahrräder aus unserem Container, in dem in Göttingen unser Hausrat lagert. Aus einer kleinen Katastrophe half uns Hanna heraus: Im Container ließ sich unser Fahrradanhänger nicht ausmachen. Ganz nach Murphy’s Law wird dieser bei unserem Umzug in die USA ganz hinten in den Container gepackt worden sein, hinter mehr als 70 Umzugskartons und Möbel… Hätte uns Hanna nicht einfach ihren alten Fahrradanhänger geschickt, hätten wir in unserer „bevorzugten Höhenlage“ ohne Auto und ohne Fahrradanhänger ziemlich alt ausgesehen. Georg und Jakob fahren auch noch einmal nach Jesserndorf, um dort gelagerte Dokumente, Bücherkisten und Spielsachen zu holen. Eine schöne Vater-Sohn Aktion. Eigentlich war nicht vorgesehen, Jakob mit zu nehmen. Doch er bestand darauf, genoss die spätabendliche Fahrt mit Papa alleine und sog die Eindrücke in Jesserndorf förmlich auf: „Papa, ein Konzert!“ als die Kirchenglocken um 11 Uhr läuten, „Schau mal, ein Cowboy!“ als er die Vogelscheuche im Gemüsegarten sieht. Und er darf Äpfel pflücken…

Am ersten Wochenende in Göttingen haben wir Besuch von sehr guten Freunden. Wir essen Pizza, unterhalten uns ausgiebig und besuchen die Wildschweine und Hirsche in den Wildgehegen am Göttinger Kehr.

Gleichzeitig läuft die Wohnungssuche ein zweites Mal an. Wir besichtigen beinahe 20 Wohnungen und Häuser. Begeistern können hiervon nur wenige. Eine Wohnung ist zwar groß und sehr hell, hat aber bei 150 m² Wohnfläche nur 2 abschließbare Zimmer und keine vernünftigen Stellmöglichkeiten für Fahrrad und Anhänger. Ein riesiges Penthouse in beinahe Passivhausbauweise mit 120 m² Dachgarten+Balkon ist leider zu teuer und auch erst ab Januar oder Februar bezugsfertig. Voraussichtlich Ende November werden wir eine sehr schöne Maisonette-Dachgeschosswohnung in einem Haus, das gerade saniert wird, in optimaler Lage zu Klinikum und Kindergarten beziehen können. Wir freuen uns sehr und werden dann noch einmal berichten.

Auf dem Gänselieselfest

Außerdem beginnen wir mit der Kindergarteneingewöhnung. Diese verläuft sehr gut. Jakob beginnt uns schon ab dem 3. Tag beim Abholen zu ignorieren. 2 Kinder aus seiner Gruppe will er zu seinem Geburtstag einladen, eines davon bezeichnet er seit dem 3. Tag als „mein Freund“. Johanna braucht naturgemäß etwas länger, um sich mit der neuen Situation und v.a. mit der Abwesenheit von Mama anzufreunden. Aber auch das gelingt ganz gut. Nach 2 Wochen Eingewöhnung ist nun geplant, dass Johanna auch zum Mittagsschlaf bleibt und dann mit Jakob zusammen um 14 Uhr abgeholt wird. Mit dem Kindergarten haben wir ein großes Glückslos gezogen, ganz abgesehen davon dass es ein bilingualer Kindergarten ist, in dem eine der beiden anwesenden Erzieherinnen immer Englisch mit den Kindern spricht.

Kalifornien, Route 1 und San Francisco

In Uncategorized on 3. Oktober 2012 at 16:17

Früh morgens an Tag 11 starten wir nach Norden auf der berühmten Küstenstraße, der Route 1. Die meisten nehmen diese Straße Richtung Süden, was alleine dadurch Sinn macht, dass auf der rechten, der Küste zugewandten Seite, die meisten Haltebuchten sind. Allerdings quält sich an unserem Reisetag ein Radrennen von Norden nach Süden gegen Wind und Berge, das die Reisegeschwindigkeit deutlich reduziert hätte. Hier ein paar Impressionen vom Teilstück bis zu unserem ersten Halt am Julia Pfeiffer Burns State Park:


Im Julia Pfeiffer Burns State Park gibt es einen der wenigen Wasserfälle, die direkt im Pazifik enden. Wegen der allgemeinen Trockenheit in den vergangenen Monaten führt auch dieser Fluss wenig Wasser. Die allgemeine Kulisse ist allerdings so überwältigend, dass der Wasserfall wahrscheinlich auch mit mehr Wasser einfach in den Hintergrund tritt.

Unser nächster Halt ist im Point Lobos State Preserve. Der Wind bläst uns hier fast weg. Wir haben aber einen beeindruckenden Blick auf eine Seelöwen- und Seeotterkolonie und die Küste.


Danach gehen wir sehr gut in Carmel essen und besuchen das Point Pinos Lighthouse in Pacific Grove. Nach einem kurzen Stop auf einem Spielplatz in Monterey geht es dann mit Stop am Pigeon Point Lighthouse bis nach San Francisco.

In San Francisco angekommen überraschen uns zwei unangenehme Umstände: Erstens finden wir den Schlüssel für das Ferienapartment nicht, der in einem kleinen Schlüsselsafe deponiert sein sollte. Die Beschreibung führte nicht wirklich zu einem Seiteneingang wenige Meter entfernt vom Haupteingang. Zweitens empfing uns im Apartment ein unangenehmer Geruch, als dessen Ursache sich ein verstopfter Abfluss der Badewanne mit in selbiger stehendem Abwasser und Essensresten herausstellte. Ohne zwei todmüden Kindern wären wir wohl in ein Hotel umgezogen. Allerdings muss man wissen, dass Hotels in San Francisco sehr teuer sind und abhängig von Großveranstaltungen und Konferenzen unbezahlbar werden. Aus diesem Grund stellte sich ein Hotel in der Planung schon als nicht wirklich finanzierbar heraus. Der Besitzer des Apartments veranlasst am folgenden Tag zwar die Behebung des Problems. In Anbetracht des beinahe 4-stelligen $$$-Betrags für 3 gebuchte Nächte erscheint die Flasche Wein als „Ausgleich für Unannehmlichkeiten“ zwar als nette Geste, aber nicht wirklich als ausreichend…

Die Stimmung erreichte hier kurzzeitig den Tiefpunkt unseres ansonsten wirklich gelungenen Urlaubs. Nicht wirklich entspannt konnte ich daher ein Konzert mit Jack DeJohnette, Chick Corea und Stanley Clarke genießen.

An Tag 12 beginnen wir unser Sight Seeing Programm in San Francisco. San Francisco stellt sich als nur bedingt geeignetes Ziel für einen Familienurlaub mit Kleinkindern heraus. Hauptursache: Eine der Hauptattraktionen, die Cable Cars, sowie reguläre Straßenbahnen sind dermaßen voll, dass sich zwar einzelne Erwachsene noch dazuquetschen können, aber keine kleinere Familie. Wir verbringen daher an diesem Tag an die 2 Stunden, um auf öffentliche Verkehrsmittel zu warten, die noch Platz für uns hatten. Auch ist die Fisherman’s Wharf nur etwas für Menschen, die Touristenmassen, schlechtes Essen und überteuerte Preise mögen. Trotzdem war dieser Tag ein sehr schöner Tag. Wir beginnen mit einer kurzen Cable Car Fahrt zum Cable Car Museum, das gleichzeitig das Maschinenhaus mit den Antriebsmotoren für die unterhalb des Straßenniveaus verlaufenden Endlosseile für die noch betriebenen 3 Cable Car Linien ist. Nach einigem Warten (s.0.) geht es dann weiter zur Fisherman’s Wharf, von der wir mit einem Schiff unter der Golden Gate Bridge und an Alcatraz vorbeifahren. Außerdem findet sich hier ein 2-stöckiges Karussell, das natürlich „ausprobiert“ werden muss. Danach steigen wir über unzählige Treppen auf den Telegraph Hill, um die Aussicht vom Coit Tower, einem Aussichtsturm hoch über San Francisco, zu genießen. Nach dem Abstieg warten wir wieder vergebens auf eine Straßenbahn, gehen dann zu Fuß weitgehend nach Hause, um noch einmal auf die Cable Car für den Rest des Weges zum Ferienapartment zu warten.

Warten auf die Cable Car

Bay Cruise


San Francisco vom Coit Tower

Am letzten Tag 13 unseres Urlaubs planen wir, in das San Francisco Museum of Modern Art zu gehen, sind aber eine Stunde vor Öffnung am Museum. Zum Glück befindet sich in einem angrenzenden Park ein historisches Karussell. Ein Besuch des San Francisco Museum of Modern Art lohnt sich sehr. Eine selbst verursachte Schwierigkeit ist lediglich der gut gemeinte Hinweis an Jakob, dass man die Kunstwerke und Bilder nicht anfassen darf. Ab diesem Hinweis steuert Jakob auf jedes Gemälde mit den Worten zu „Will es anfassen!“


San Francisco Museum of Modern Art

Zum Abschluss unseres Urlaubs wollen wir auf dem Lands End Trail spazieren gehen und die Golden Gate Bridge von der westlichen Seite bewundern. Obwohl wir bei schönstem Wetter in Downtown San Francisco starten, empfängt uns dort dichtester Nebel, der auch die Golden Gate Bridge beinahe vollständig verbirgt. Eindrucksvoll ist unser Spaziergang wegen des Klangs der vielen Nebelhörner tr0tzdem.

Tag 14 ist ausgefüllt mit der „Heimreise“ nach Philadelphia. Auf dem Flughafen in Philadelphia angekommen, stellt Jakob, für den nicht nur unser Auszug aus der Wohnung in Philadelphia, sondern auch jeder Ortswechsel im Urlaub ein richtiger Umzug war, fest, dass wir jetzt „nur noch“ nach Deutschland ziehen und dann lange, lange nicht mehr umziehen werden. Nach Bestätigung dieser Feststellung meint Jakob: „Das wird aber dann total langweilig!“

Kalifornien, Central Coast

In Uncategorized on 10. September 2012 at 00:56

Nach knapp 1 Woche in den Bergen mit tagsüber hochsommerlich warmen Temperaturen um 30°C und nächtlichen frischen 10°C brechen wir an Tag 6 an die Central Coast auf. Der kurvenreiche Abstieg aus den Bergen schlägt auf den Magen. Zum Glück war in Jakobs bislang nur Apfelsaft, der unverdaut wieder den Weg nach draußen sucht… Der Rest der Fahrt verläuft unkompliziert, zieht sich aber doch recht in die Länge. Nach einer Lunchpause im Cafe einer Ranch machen wir einen kurzen Abstecher zu einer der spanischen Missionen, die Ende des 18. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts entlang der kalifornischen Küste gegründet wurden. Die Missionen dienten der Christianisierung der indigenen Bevölkerung, aber auch als sichtbares Zeichen der Besitzansprüche der spanischen Krone.

Mission San Miguel

Die Küste empfängt uns mit dichtem Nebel und kühl-feuchtem Wind. In dem Moment, in dem ich ankündige, dass man gleich das Meer sehen kann, war nur noch der Nebel, zunächst von oben, dann von allen Seiten zu sehen. Wir beziehen unser Ferienhaus, das ohne Frage zu den besten bisher gehört: luxuriös, direkter Blick über die Küste (zumindest ohne Nebel), sauber, … Jakob fragt bereits am 2. Tag hoffnungsvoll: „Bleiben wir hier jetzt immer wohnen?“ Wir haben es eilig an den Strand zu kommen, halten es dort aber nicht allzu lang aus. Der kalte Wind vertreibt uns, und so verbringen wir noch ein wenig Zeit auf dem etwas windgeschützten Spielplatz.

Der Tag 7 beginnt  wieder im Nebel. In unmittelbarer Nähe zu unserem Ferienhaus liegt ein Naturschutzgebiet auf dem Gelände einer ehemaligen Ranch (Fiscalini Ranch Preserve). Hier verlaufen Wanderwege teils direkt an der Steilküste entlang. Johanna nutzt die Zeit zu einem ausgedehnten Vormittagsschlaf. Jakob bewältigt wieder einmal eine knapp 4 km lange Strecke und sucht gespannt nach neuen Tieren. „Ist das ein Zoo?“ Eindrucksvoll sind vor allem die Pelikane.

Um die Mittagszeit verzieht sich der Nebel. Wir fahren einige Meilen nach Norden an der Küste entlang, um eine Kolonie mit Nördlichen See-Elefanten zu besuchen. Im 19. Jahrhundert galten diese Tiere als ausgerottet. 1930 tauchten sie wieder vereinzelt auf. Seit 1990 siedelt eine ständig größer werdende Kolonie etwas nördlich von unserem Urlaubsort Cambria. Zur Zeit halten sich dort nur wenige 100 Jungtiere auf. Während der Paarungszeit in den Frühlingsmonaten werden aber gleichzeitig mehrere 1000 See-Elefanten gezählt. Inzwischen werden jährlich weit mehr als 1000 Jungtiere geboren. Unser 2. Ausflugsziel, das Point Piedras Blancas Light House, ist leider nicht zugänglich.

Einige Zeit verbringen wir dann noch auf dem Spielplatz und am Strand.

An Tag 8 wollen wir das Hearts Castle besuchen. Zunächst ist allerdings Jakob ein wenig missgestimmt. Wir müssen daher zuerst noch einmal bei den See-Elefanten vorbei. Pflicht, auf allen Fahrten mitgenommen zu werden, sind Kinder-Camping-Stühle, die im Haus gefunden wurden…

Beobachten den Northern Sea Elephants

San Simeon Bay

Oberhalb der San Simeon Bay liegt das Hearst Castle. Wir machen eine der geführten Touren durch einen kleinen Teil des Hearst Castles. Nun ist Johanna etwas dysphorisch. Die gesamte Touristengruppe kennt uns nun, und eine ältere Dame schenkt Johanna mit der Erklärung, sie habe selbst 8 Enkelkinder, ihre Kette, die dann Johanna über längere Zeit ablenkt und beschäftigt. Ein Architektur-Führer über moderne Architektur in Amerika beschreibt: Das exotische Phantasieschloss zeigt, was geschieht, wenn eine simple Idee mit unbegrenzten Mengen an Zeit, Geld, architektonischem Talent und Enthusiasmus in Angriff genommen wird. Die simple Idee ist hierbei, mittelalterliche Artefakte aus Italien und Spanien zusammenzutragen und mehr oder weniger geschmackvoll zu vereinen. Durchaus imponierend, aber gleichzeitig wohl einreihbar in die überall in den USA präsenten Architektur-Fakes. Mit dem Bau wurde 1919 begonnen. Es entstanden über beinahe 30 Jahre ein Schloss mit 165 Zimmern, zahlreichen Nebengebäuden, einem Außen- und einem Innenpool, 127 Hektar großen Gärten, einem kleinen Kino und Gästehäusern. Ferner gehörte zu dem Anwesen der größte private Zoo der Welt, mit einer Vielzahl von exotischen Tieren wie z. B. Zebras, die man noch heute auf dem Anwesen grasen sehen kann. Unter der Gastfreundschaft des Multimillionärs William R. Hearst versammelte sich hier die politische Elite sowie Hollywood Sternchen.






Danach gehen wir in Cambria nett essen und suchen am Strand nach schönen Kieselsteinen.

Tag 9 starten wir ruhig auf dem Spielplatz und am Strand. Am frühen Nachmittag fahren wir Richtung Süden nach Morro Bay. Berühmt macht diesen Ort ein mächtiger Fels, der knapp vor der Küste aus dem Wasser ragt und zu den Nine Sisters gehört – neun Felsen vulkanischen Ursprungs (im Vulkankrater erstarrte Magma), die sich auf einer Linie zwischen Morro Bay und San Luis Obispo aneinanderreihen. Während unserer Suche nach einem geeigneten Ort, hatten wir auch Morro Bay in Erwägung gezogen und konnten jetzt mit Erleichterung feststellen, dass wir im etwas nördlicheren Cambria unsere Tage an der Central Coast verbracht haben. Z.B. liegt direkt gegenüber von Morro Rock eines der größeren Kernkraftwerke der USA…

Nach einer Eispause geht es weiter nach San Luis Obispo. San Luis Obispo wird als „little Santa Barbara“ bezeichnet, eine kleine etwas elitäre Universitätsstadt mit scheinbar etwas reicherer Klientel. Im Stadtzentrum reihen sich Boutiquen an Gellerien und Nobelläden. Jeden Donnerstag Abend findet im Stadtzentrum ein großer Farmer’s Market statt. Die eine Hälfte des Markts wird von Obst- und Gemüseständen gebildet, die andere von kulinarischen Angeboten, dazwischen Hüpfburgen und Straßenkünstler. Eine ganz nette Stimmung.

Den letzten Tag 10 an der Central Coast verbringen wir in unserem Haus, am Strand und auf dem Spielplatz. Am Abend, Jakob ist ein eifriger Helfer beim Einpacken: „Müssen wir schon wieder umziehen?“ Ja, morgen geht es auf der Route 1, der berühmten Küstenstraße, nach San Francisco. Ein paar wunderschöne Tage gehen zu Ende. Würden wir jetzt nicht die USA verlassen, wüssten wir, wo wir gerne noch einmal Urlaub machen würden…


Kalifornien, Kings Canyon and Sequoia National Parks

In Uncategorized on 5. September 2012 at 02:41

6 Stunden Flug und 3 Stunden Zeitverschiebung trennen die Ost- von der Westküste und damit Philadelphia von Kalifornien. Über die Hektik des Morgens vor unserer Abreise haben wir bereits berichtet. Sie wurde begleitet von verständlichen Fragen wie „Papa, wo sind alle Boxen?“, „Fahren wir jetzt nach Deutschland?“ oder „Warum müssen wir hier weg?“ Am Flughafen ist Jakob dann fasziniert vom Geschehen: Beladen, Entladen, Betanken, Parken, Starten etc. der Flugzeuge und kann den Abflug schließlich kaum noch erwarten: „Ich will jetzt endlich in den Himmel!“ Der Flug selbst vergeht dann weitgehend unproblematisch mit viel Apfelsaft, Keksen und Chips… und ein wenig erschöpftem Schlaf.

Mit dem Mietwagen machen wir uns dann von Los Angeles auf nach Nordosten zur ersten Station unseres Kalifornienurlaubs in der Nähe der Kings Canyon und Sequoia National Parks, die in der südlichen Sierra Nevada liegen. Auf dem Weg – die Mägen knurren und die Geduld auf den hinteren Sitzen erschöpft sich: „Ich will raus aus diesem Weg!“ – legen wir eine Dinnerpause zum Pommes- und Burgeressen sowie Einkaufen ein.

Pause im Black Bear Diner:

Danach beginnt der kurvenreiche Anstieg zu unserem Ferienhaus, das auf etwa 1000 m an der Grenze zwischen den Foothill Woodlands mit Blaueichen und Kiefern und dem Lower Montane Forest, in dem dann auf etwa 2000 m die berühmten Mammutbäume (Giant Sequoias) vorkommen und zu den Hauptattraktionen der beiden National Parks zählen. Die engen und kurvigen Bergstraßen gefallen niemandem so richtig. Das Ferienhaus ist ganz nett, sehr geräumig und liefert wegen der vielen Bücher und herumliegenden Spiele, die nur dazu verleiten, im gesamten Haus verstreut zu werden, ein wenig Konfliktpotential. Es hat die üblichen Mängel eines nicht oder nur wenig Besitzer-genutzten und etwas vernachlässigten Ferienhauses wie blinde Panoramafenster, kaum wasserführenden Dusch- und Badewannen-Wasserleitungen, gründlich reduzierte Kücheneinrichtung, etc. – soll aber angeblich einer der Designerinnen der ersten Barbie-Puppen gehören… Trotzdem genießen wir die Zeit hier sehr: ein sternenklarer Nachthimmel, Coyoten-Gebell und -Geheul abends, ein kleiner See, eine große Veranda, Katzenbabys auf dem Anwesen, eine Feuerwehrstation direkt daneben …

Tag 1 beginnen wir mit „Ausschlafen“ (v.a. Jakob), Akklimatisieren, die Umgebung des Ferienhauses erkunden und einer ersten Fahrt in den Kings Canyon National Park. Das Ferienhaus liegt mit 3 weiteren etwas oberhalb eines kleinen Sees. Am See gibt es einen Volleyball- und Grillplatz. Schnell werden auch die Kinderbücher und Spiele im Haus entdeckt.



Am frühen Nachmittag geht es dann zum ersten Mal zu den Mammutbäumen in der Nähe des Grant Grove Village. Jakob lässt sich durchaus dafür begeistern, zu den „größten Bäumen der Welt“ zu fahren. Und tatsächlich: diese riesigen, viele hundert Jahre alten Bäume mit teils eindrucksvollen Brandnarben sind sehr beeindruckend. Über 80 m hoch, Durchmesser der Stammbasis über 10 m, einzelne Äste mit einer Dicke von 2 m, …



An Tag 2 steuern wir den General Sherman Tree an, der als größter lebender Baum der Erde eingeschätzt wird und über 2000 Jahre alt ist. Vom General Sherman Tree starten wir in den Congress Trail, der an weiteren eindrucksvollen Mammutbäumen entlang führt. Johanna und Jakob bewältigen die gut 4 km beinahe. Lediglich der letzte 3/4 km wird in der Kraxe überbrückt.



Danach geht es noch weiter zum Moro Rock, einem großen Granitfelsen, den man über eine lange Treppe besteigen kann. Wir nehmen nur den untersten Teil der Treppe bis zum ersten Rundumblick über die Sierra. Danach wird es mit unseren bewegungsfreudigen Kindern etwas zu gefährlich.


Der Tag 3 wird ruhiger verbracht und v.a. mit einer kürzeren Autofahrt. Wir besuchen Cat Haven, eine Aufzuchtstation und Herberge für Wildkatzen. Mehrere der Tiere entstammen dem Hollywood-Betrieb und waren für Filmproduktionen vorgesehen, konnten dann aber aus verschiedenen Gründen hierfür nicht verwendet werden. Wir sehen Luchse, Leoparden, Jaguare, Tiger, Löwen etc. Jakob und Johanna sind beide begeistert. Nicht nur bei den schwarzen Leoparden staunt Jakob: „Das hab ich ja nie noch nicht gesehen!“ Die Rückfahrt führt über einen kleinen Tankstellenladen. Hier dürfen sich Johanna und Jakob etwas aussuchen, die Wahl fällt auf einen Lollipop.

Auf der anderen Seite der Straße, die zu unserem Ferienhaus führt, liegt eine kleine Feuerwehrstation, die nur in den Sommermonaten v.a. zur Bekämpfung der Waldbrände besetzt ist. Die beiden Feuerwehrmänner scheinen unseren Besuch als willkommene Abwechslung anzusehen und führen uns ihren Truck in allen Einzelheiten vor, lassen Jakob hinter dem Lenkrad sitzen, Wasser verspritzen, das Äquivalent des Martinshorns anschalten. Wir verbringen dort bestimmt eine gute Stunde. Eine weitere Attraktion ist die Katzenfamilie auf dem Anwesen, auf dem sich unser Ferienhaus befindet.


An Tag 4 geht es in den Kings Canyon, der die Gebirgszüge stellenweise 2500 m und damit einige hundert Meter tiefer einschneidet als der Grand Canyon und das tiefste durch einen Fluss geschaffene Tal in den USA darstellt. Wir bestaunen aus dem Auto heraus die beeindruckenden Schluchten und Gebirgszüge, laufen zum Wasserfall des Roaring Rivers (der wegen der Nierderschlagsarmut der vergangenen 12 Monate nur recht wenig Wasser führt) und verbringen einige Zeit am Kings River und werfen Steine und Stöckchen ins Wasser. Auf dem Weg liegen berühmte Tropfsteinhöhlen (Boyden Cavern). Jakob und Johanna, beide noch nicht richtig aus dem Mittagsschlaf aufgewacht, wollen endlich „nach Hause“ und fällen die Entscheidung gegen den Besuch der Höhlen. Auf dem Rückweg gehen wir zur Feier des Tages in der Pinehurst Lodge Pommes, Burger und Quesadilla essen.


Zum Abschluss des Tages wird der Feuerwehr ein weiterer Besuch abgestattet…

Den letzten Tag 5 verbringen wir im Ferienhaus und auf dem Anwesen. Das gesamte Areal, das einige Quadratkilometer misst, gehört deutschen Architekten, die hier eine ökologische Muster(ferien)siedlung aus dem Boden stampfen wollten. Bis zu 160 Häuser, Privatflughafen, Hotel etc. Mit der Finanzkrise sind diese Pläne weitgehend gestorben und auch kaum nachvollziehbar. Die Lage des Ortes, der mit weit verstreuten Häusern nicht einmal 150 Einwohner zählt, ist ein wenig abseits der Touristenströme, nicht nur jener, die die beiden erwähnten National Parks ansteuern, sondern auch allgemein. Denn beide Parks stehen deutlich im Schatten des benachbarten und wesentlich berühmteren Yosemite-Parks, der nicht all zu entfernt ein Vielfaches an Besuchern anzieht.

Mehrmals besuchen wir lange die Katzenfamilie, spielen und lesen mit den Kindern, drehen eine Ruderbootrunde auf dem See und bereiten unsere Abfahrt vor. Denn an Tag 6 geht es dann an die Central Coast nach Cambria.

3 + 6 = 4 + 7 + 41

In Uncategorized on 30. August 2012 at 02:26

3 Menschen kamen vor 3 Jahren mit 6 Koffern. Jetzt verlassen 4 die USA bald wieder. 6 Koffer sind sicher wieder dabei. Allerdings hat sich noch so einiges angesammelt, das keinen Platz in 6 Koffern findet:

Die Packliste liest sich in etwa so: Box#1 Toys & Books, Box#2 Toys & Books, Box#3 Toys & Books … Box#13 Toys & Books … Box#21 Toys & Books … Insgesamt 26 Kisten und 15 lose und größere Gegenstände.

Dass der Umzug bzw. Auszug aus der Wohnung nicht stressfrei ablaufen kann, war uns natürlich bewusst. Die letzten 48 Stunden bis zum Abflug in den Kalifornienurlaub waren dann allerdings beinahe kritisch. Teilweise sah es nicht besonders realistisch aus, dass wir das Flugzeug rechtzeitig erreichen könnten. Retter in der Not waren Jakobs Kindergarten, der Jakob am Montag bis in den frühen Abend betreute und v.a. eine von Christines Freundinnen, die sich am Montag ebenfalls beinahe den gesamten Tag um Johanna kümmerte.

Die letzten Kisten wurden noch Montag früh gepackt, während wir schon unseren Miet-Truck vor der Tür stehen hatten. Wir hatten uns für eine verhältnismäßig „günstige“ Option entschieden (selbst packen und transportieren des Umzugsguts zur Filiale der Spedition in Philadelphia sowie selbst beladen der Überseekiste). Im Rückblick würde diese Entscheidung wahrscheinlich anders und zugunsten einer kostenintensiveren Option mit geringerer Eigenleistung ausfallen – auch wenn die zwei potentiell gravierenden Komplikationen nicht in diese rückblickende Abwägung einbezogen sind: Zum einen war das Dach des Miet-Trucks nicht dicht. Natürlich hatten wir gerade mit dem Beladen begonnen, als ein heftiges Gewitter über Philadelphia hinweg zog. Jedenfalls tropfte wohl reichlich Wasser auf den Boden der Ladefläche, das dann von Böden einiger Kisten aufgesogen wurde. Bemerkt wurde das natürlich erst, als wir dabei waren die Überseekiste zu beladen – ohne jeder zeitlichen Möglichkeit zu überprüfen, ob auch der Inhalt feucht geworden ist oder gar umzupacken. Ob daraus nun letztendlich tatsächlich ein Problem entsteht und wir in in ein paar Wochen geschimmelte Kartons entleeren, wird sich zeigen. Das nächste unvorhergesehene Problem war, dass die Innenmaße der Überseekiste durch einen stabilisierenden Rahmen erheblich reduziert wurde und mit den Abmaßen unserer Kartons nicht mehr harmonisierte. Dachten wir aufgrund unserer Kalkulationen noch, dass das verfügbare Volumen eher großzügig bemessen wäre, hatten wir letztendlich Probleme beim Beladen und mussten kurzfristig einzelne Gegenstände von der Packliste streichen.

Nach Beladen der Überseekiste ging es dann um die Aufteilung des verbliebenen Chaos in 3 Koffer für den Urlaub und weitere 3-4 Koffer für den Rest. Wir sind letztendlich mit 3 Koffern in den Urlaub gestartet, alles Weitere belegt aber nun mehr oder weniger wahllos in Koffer und Kisten „gepackt“ meinen Arbeitsbereich im Labor… Der Transfer dorthin fand zwischen 0.30 und 2.30 nachts statt. Kurz nach dem Frühaufsteher in unserer Familie (Johanna) meldetet sich um 5.30 der Wecker, um um 7.30 eine übergabereife Wohnung Richtung Flughafen verlassen zu können…

Dass in diesem Chaosstress der vergangenen Tage die Kinder nicht untergehen, war gar nicht so einfach. Wir haben uns trotzdem die Zeit für ein paar wenige besondere Familienaktivitäten genommen. So haben wir am Samstag Abend noch einmal einen Ausflug in das Stadtzentrum gemacht und uns eine kleine Runde um den Geburtsort des modernen Amerikas kutschieren lassen (Philadelphia war ja kurz Hauptstadt der Vereinigten Staaten und die ursprüngliche Verfassung wurde hier verabschiedet). Jakob suchte sich eine weiße Kutsche mit einem weißen Pferd aus und hatte auch gleich den Vorschlag, am nächsten Tag eine schwarze Kutsche mit schwarzem Pferd zu nehmen:

Außerdem gab es am Samstag Mittag eine kurze Pizza- und Popsicle-Party zum Abschied von den besten Freunden der Familie im Clark Park. Und ein letzter Besuch im Zoo fand auch noch statt:

Der Beginn vom Ende des Endes

In Uncategorized on 22. August 2012 at 14:38

Zwischenstand:

  • Fahrräder verkauft
  • erste Kisten gepackt
  • Farewell Party organisiert
  • alle Dokumente für den Umzug (Überseekiste mit gut 4 Kubikmetern) erhalten
  • ein Teil der elektronischen Geräte verkauft, der Rest wird am Ende einfach verschenkt
  • Am.a.zon Pri.me Membership bis zum letzten Tag ausgenutzt. stettnersinusa hat jetzt neue Schuhe, einen neuen Fotoapparat, neue Regenhosen, etc.
  • „Sailing Permit“ von der amerikanischen Steuerbehörde eingeholt, auch wenn das möglicherweise gar nicht notwendig gewesen wäre
  • alle Veträge gekündigt (Gas, Strom, Telekommunikation, Carsharing, Zeitung, …)
  • Jakob vom Kindergarten abgemeldet
  • noch rechtzeitig einen Haftpflichtversicherungsfall „geöffnet“
  • Mietwagenreservierungen im 4-stelligen €€€€-Wert getätigt für die letzten Tage in Philadelphia vor unserem Kalifornienurlaub, unseren Urlaub in Kalifornien, die 2 Tage in Philadelphia zwischen Kalifornien und unserer Rückkehr nach Deutschland, die erste Woche in Deutschland…
  • im Labor gegen die Zeit gekämpft und verloren
  • keine Ersatzwohnung in Göttingen gefunden
  • den Umzug unseres Hausrats vom Lager in eine Wohnung abgesagt, ebenso den Klaviertransport
  • möglicherweise eine Übergangslösung in Göttingen für die ersten 2 Monate gefunden
  • die Flüge nach Kalifornien und Deutschland sind schon längst gebucht, ebenso unsere Unterkünfte in Kalifornien
  • noch einmal den Zoo und das Please Touch Museum besucht

Noch 5 Tage bis zum Beladen der Überseekiste, noch 6 Tage bis zum Auszug aus unserer Wohnung und Abflug nach Kalifornien, noch 22 Tage bis zu unserem Abflug nach Deutschland…