stettnersinusa

„Ausenweise“

In Uncategorized on 23. Oktober 2011 at 14:12

Jakob durchläuft sicherlich nicht die schnellste sprachliche Entwicklung. Ungeachtet dessen kommt es natürlich trotzdem immer öfter zu lustigen sprachlichen Momenten. Dabei erschließt sich die Komik wohl oft nur aus dem Kontext der familiären Abläufe. Manchmal ist es auch „nur“ die Erweiterung des Wortschatzes und die unerwartet richtige Anwendung eines bisher nie dagewesenen Wortes.

Papa hat schon früh nach Eintreten ins Familienleben beschlossen, seine Angewohnheit, das Abendessen mit einer „Nachspeise“ (Nutella- oder Honigbrot, ein Stück Schokolade, …) abzuschließen, nicht abzulegen. So kommt natürlich auch Jakob in den Genuss einer „Nachspeise“. Allerdings gilt für Jakob die Regel, dass zumindest der Hauptteil der abendlichen Nahrungsaufnahme nicht aus Schokolade bestehen darf. Der kindliche Wunsch nach „Schade“ (Schokolade) und die familiären Regeln mündeten schon so manches Mal in das einen oder anderen Tantrum. Bis, ja bis Jakob das richtige Wort zum Verhandeln in dieser Situation lernte: Kürzlich, natürlich ohne „richtiges Abendessen“, verlangte Jakob nach „Schade“ und hatte damit natürlich keinen Erfolg. Wir machen uns schon auf das nächste Schreikonzert gefasst, da legt Jakob den Kopf schief, grinst und sagt ganz ruhig: „Ausenweise, Papa, ausenweise Schade jetzt!“ Ja, man kann ihm nicht absprechen, das Wort „aunahmsweise“ im richtigen Kontext verwendet zu haben. Er hatte die Nachspeise damit natürlich verdient…

Abendliches zu-Bett-geh-Ritual: Ausziehen, Zähneputzen, Vorlesen, Wasser trinken, Quatsch machen … ziehen sich wieder einmal ewig hin. Dabei legt sich Papa, weil er müde ist und alles einfach zu lang dauert, auf Jakobs Kopfkissen. „Nein, Papa! Kopfkissen nur für Kinder!“ – Darf ich mich nicht drauflegen? – „Nein nur Jaka. (Denkpause) Und XXX.“ (XXX soll hier mal als Platzhalter für den Namen von Jakobs Kindergartenfreundin dienen) –  Oh, heiratest Du XXX? – „Ja! Und Linus. Mein Freund Linus!“

Seit der Geburtstagsparty von Jakobs Kindergartenfreundin ist Geburtstag ein ganz großes Thema. Jakob weiß, dass er an seinem nächsten Gebrutstag „Three!“ wird. Mehrmals täglich plant er seine Geburtstagsparty. Schokoladenkuchen gehört dazu, und seine Freundin XXX und sein Freund Linus samt Schwester sollen eingeladen werden. Nicht nur einmal hat er seitdem morgens beim Aufwachen oder Anziehen ganz vorsichtig gefragt (wie wenn er sich selbst durch eine negative Antwort nicht zu sehr enttäuschen möchte): „Ist heute mein Gebrutstag?“

Die strikte Trennung der englischsprachigen von der deutschsprachigen Welt weicht auch so langsam auf. So fragte Jakob kürzlich, als wir an einem wütend bellenden Hund vorbeigehen: „Why? Why is der Hund barking?“ und verlangte, in Johannas Babyschaukel sitzend: „Push me!“.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: