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Sleep 2011 in Minneapolis

In Uncategorized on 16. Juni 2011 at 12:27

12.-15. Juni 2011

Inzwischen wiederholen sich die Kongresse, auf denen ich hier in den USA teilnehme – ein untrügliches Zeichen wie schnell die Zeit vergeht! Vor einem Jahr fand das SLEEP Meeting in San Antonio statt. Kurz vorher waren wir in New Orleans und anschließend in Louisiana unterwegs, damit beinahe am südlichen Ende des Mississippis. Jetzt bin ich zwar nicht ganz an dessen anderem Ende, aber doch mehr als 3000 km flussaufwärts in Minneapolis. Minneapolis ist mit knapp 400.000 Einwohnern eher eine der kleineren Großstädte der USA. Mit der Zwillingsstadt St.Paul auf der anderen Seite des Mississippis kommen allerdings dann doch knapp 700.00 Einwohner in der Metropolregion der Twin Cities zusammen. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert siedelten sich entlang des Mississippis die wichtigsten und größten Getreidemühlen des Landes sowie zahlreiche Sägewerke an. Noch heute fährt man vom Flughafen kommend an riesigen Mehlfabriken vorbei. Zeitweise wurden wohl mehr als 10% des gesamten Mehls, das in den USA verbacken wurde, in Minneapolis gemahlen. Berühmt ist Minneapolis heute für seine Skywalks, kilometerlange geschlossene Fußwege die die Obergeschosse vieler Blocks im Zentrum mit Fußgängerbrücken verbinden. Ohne Regen, Kälte im Winter oder Hitze im Sommer ausgesetzt zu sein, kommt man downtown in fast alle Parkhäuser, Läden, Banken, Behörden, Restaurants, Hotels etc. Minneapolis scheint finanziell besser aufgestellt zu sein, als die meisten amerikanischen Großstädte, die ich bisher gesehen habe. Alles erscheint zumindest im Zentrum in einem recht guten Zustand zu sein und ist ungewohnt sauber. Es gibt schöne Parks mit tollen Spielplätzen, ein paar kostenlose Buslinien im Zentrum, eine spotbillige Straßenbahn zum Flughafen, ein Bike-Sharing System, einen eindrucksvollen Skulpturenpark, … Und das, obwohl auch hier die Finanzkrise deutlich sichtbare Spuren hinterlassen hat, zumindest ein paar Schritte außerhalb des Zentrums, wo schätzungsweise jeder 2. Laden und jedes 2. Restaurant leer steht. Bereits am Sonntag hatte ich das Gefühl, dass hier alles sehr ruhig ist und einen Takt langsamer als in Philadelphia abläuft. Das verstärkte sich dann am Montag. Allerdings betritt man eine andere Welt, wenn man die Skywalks entlang läuft. Hier trifft man auf die sonst für Amerika so charakteristische und etwas hektische Geschäftigkeit. Und man merkt, dass man sich deutlich weiter nördlich von Philadelphia befindet. Erst nach 21 Uhr geht die Sonne unter, und bis beinahe 23 Uhr ist es hell. In Philadelphia kann man die Nacht noch als untrügliches Zeichen für Jakob nehmen, dass es eigentlich längst Bettzeit ist. Jakob hat in den vergangenen Wochen begonnen, manchmal zum Fenster zu laufen und hinauszuschauen, wenn das Kommando „Bett“ erklang und je nach Gemütsphase nach einem Blick nach draußen entweder bestätigt „Ja, Nacht draußen.“ (was bedeutete, dass das zu Bettgehen wahrscheinlich kein allzu großes Problem bereiten würde) oder mit „Nein, keine Nacht noch draußen!“ 1-2 schwierige Stunden eingeleitet…

Skywalk in Minneapolis und Skulpturenpark am Walker Art Center:

Der Kongress ist recht klinisch ausgerichtet und beschäftigt sich mit Schlaf-bezogenen Fragen in Medizin und Grundlagenforschung. Unser Labor hatte 4 Posterbeiträge, die am Dienstag und Mittwoch Vormittag vorgestellt wurden. Interessanterweise findet der Beitrag, der am wenigsten mit Schlaf zu tun hat, am meisten Interesse. Das erste Mal wurde mir auch bewusst, dass die Pharmaindustrie systematisch die Posterausstellung screent und Printouts von Beiträgen, die möglicherweise von kommerziellem Interesse sind, abgreift. Ich höre ein paar sehr interessante Vorträge.

Am Dienstag nehme ich mir den Nachmittag frei und besuche das Walker Art Center, ein bedeutendes und wirklich eindrucksvolles Museum für moderne Kunst. Es wird wohl berechtigterweise zu den 5 bedeutendsten Museen moderner Kunst in den USA gezählt. Ich habe schon lange kein Museum mehr alleine besucht und den Museumsbesuch daher sehr genossen. Abends gehen wir alle mit ein paar Kollegen aus Chicago in einem etwas zu teueren Restaurant essen und anschließend in das Guthrie Theater, das in einem eindrucksvollen 125 Millionen Dollar Neubau untergebracht ist. Insgesamt ein netter Abend. Interessant auch die Konversation an diesem Abend, die von den ausschweifend erzählten Anekdoten aus dem Leben eines Professors, der vor Jahrzehnten dem ehemaligen Jugoslavien den Rücken gekehrt hat, und der oberfhächlichen, aber trotzdem nicht weniger ernsthaft geführten Unterhaltung der anwesenden Amerikaner geprägt war und immer wieder aufgebrochen wurde, von den sarkastischen Bemerkungen meines polnischen Chefs…

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