stettnersinusa

Über Zeitumstellung, den eigenen Willen und Liebesobjekte

In Uncategorized on 14. März 2011 at 22:41

In weiten Teilen der USA wurde bereits am vergangenen Wochenende auf die Sommerzeit umgestellt. Für Familien, die wie wir den Luxus genießen können, relativ spät in den Tag zu starten, kann der Wechsel zur Sommerzeit ganz angenehm sein: z.B. keine zunehmend ungeduldigen „Mama!“– und „Papa“-Rufe aus Jakobs Zimmer ab 7 Uhr +/-15 Minuten (wir könnten ja noch bis 7.30 schlafen…) für ein paar Tage bis zur Umstellung der inneren Uhr. D.h. die Verkürzung der Nacht um 1 Stunde kann durchaus Vorteile haben… Umgekehrt verliert die Zeitumstellung im Herbst die Attraktivität, die sie auf viele ausübt. Mit Kindern ist da nicht an den um 1 Stunde verlängerten Schlaf zu denken…

Jakob entdeckt zunehmend seinen eigenen Willen und die Macht, die man mit diesem auf seine Umwelt, z.B. die Eltern, ausüben kann. Eigentlich geht Jakob sehr gerne in den Kindergarten. Seit einigen Wochen beginnt er aber rechtzeitig um 8:50 Uhr (wir sind schon spät dran und starten gerade das Zähneputz-, Schuhe- und Jacken-Anzieh-Ritual…) damit, mindestens 2 seiner Puzzles hervorzuziehen. Zum Glück braucht er hierfür nur wenige Minuten, bei denen synchron Zähne geputzt werden können. Allerdings merkt er, dass auch die Geschwindigkeit des Puzzlespiels variierbar ist… Und man könnte dann ja noch ein paar Runden mit dem Bobby-Car fahren (spätestens jetzt ist Papa fertig und möchte endlich los…). Jakob beginnt aber gerade damit, sich auf dem Fußboden herumzuwälzen. Jede Annäherung mit den anzuziehenden Schuhen steigert das Schreikonzert und der Körperkontakt mit der Jacke lässt schließlich die Schallmauer durchbrechen… Wenige Augenblicke später im Kinderwagen, noch dicke Wuttränen in den Augen, ist ein begeistertes „Mülla! Mülla!!!“ zu vernehmen – zumindest mittwochs, denn da kommt die Müllabfuhr meistens etwas nach 9 Uhr durch unsere Straße.

„Maën“ (selber machen) erstreckt sich auf immer mehr Bereiche. Neuerdings will Jakob sein Nutella-Knäckebrot in der Früh selber schmieren. Stolz wird mit dem Messer hantiert. Dass letztendlich kaum Nutella auf das Knäckebrot findet, spielt keine Rolle: Das erste selbst geschmierte Knäckebrot muss wunderbar geschmackt haben!

Johanna ist inzwischen ihre 2. Liebesbeziehung eingegangen. Nach der „Milchquelle“ ist nun das blaue Blinklicht von Johannas amerikanischer Babybespaßungsanlage hinzugekommen – eine Babywippe, die batteriebetrieben von selbst schaukelt und begleitet von einer Lichtorgel (naja, 4 nacheinander aufleuchtenden Lämpchen) Lieder spielt. Johanna spricht nur mit dem blauen Licht („Aaaah — Arüüh.“ ist sanft zu hören) und lächelt das ins Herz geschlossene Lämpchen an, wenn es denn aufleuchtet.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: