stettnersinusa

Fahrradanhänger

In Uncategorized on 29. Oktober 2010 at 19:02

Weil sich in nicht allzu ferner Zukunft ein Kindertransportproblem abzeichnet (nein, es wurde mir ausdrücklich verboten, in aller Internet-Öffentlichkeit Genaueres zu erzählen… ;-)), haben wir uns dazu entschlossen, wieder einmal einen Fahrradanhänger zu kaufen. Eine identische Anschaffung im Frühjahr 2009 schlummert momentan im Container einer Göttinger Spedition, wartet auf unsere Rückkehr und wird nicht besonders erfreut über diese Konkurrenz sein. Die Ausflüge ins Göttinger Umland mit diesem Anhänger haben wir sehr genossen. Jakob, bei seiner ersten Fahrt im Luxus-Anhänger gut 4 Monate alt, hat dabei in der Regel geschlafen –  Kloster Bursfelde, Bad Karlshafen, Hannoversch Münden, Bad Sooden, … Meistens wurde die erste Strecke entsprechend der Windvorhersagen geplant und die Rückfahrt, die wir dann ja beinahe unweigerlich gegen den Wind hätten fahren müssen, mit dem Zug zurückgelegt. So macht Radfahren jedenfalls Spaß – auch mit Anhänger.

Hier unser „alter“ Anhänger bei seinem ersten Einsatz im Frühling. Wir machen gerade Pause vor der wunderschönen Kirche des Klosters Bursfelde, eine ganz besondere Stimmung am Karfreitag 2009.

Wir haben also erneut den Anhänger Cougar2 der Firma Chariot gekauft, eine kanadische Firma, und waren doch über manche Unterschiede im Prozess der Anschaffung sehr erstaunt. Es gibt einige Punkte, die für einen Chariot-Anhänger sprechen (v.a. die gute Federung und Verarbeitung, einfache Handhabung), dagegen spricht allerdings der stattliche Preis der Chariot-Produkte. In Deutschland kostet der erwähnte Anhänger je nach Umfang des gewünschten Zubehörs schnell mehr als 1000 Euro und ist nur über ein Netz ausgewählter Händler erhältlich. Man kann die Chariot-Anhänger in Deutschland auch nur im Laden kaufen, da die Händler dazu vom Importeur (?) verpflichtet wurden, den Anhänger im aufgebauten Zustand zu präsentieren und in der Funktion zu demonstrieren. Das ist nur schwer nachvollziehbar, da der Anhänger vollständig fertig montiert geliefert wird. Lediglich Griff und Räder müssen noch montiert und der Wagen aufgeklappt werden – ein ausgesprochen simples Verfahren. Jeder der einmal einen Reifen eines Fahrrads gewechselt hat und einen handelsüblichen Kinderwagen zusammengeklappt hat, hat Anspruchsvolleres geleistet, als einen Anhänger der Firma Chariot fahrtüchtig bzw. lagerfähig zu machen… Aus Sicht des Endverbrauchers/Käufers kommt man um den Eindruck nicht herum, dass der Preis der Chariot-Anhänger zumindest in Deutschland künstlich hochgehalten werden soll, indem die Konkurrenz wie Am.azo.n, anderer Internethändler oder schlicht der Fahrradhändler in der breiten Masse so gering wie möglich gehalten wird. Wir hatten zwar damals doch einen Händler gefunden, der bereit war, uns ohne Demonstration den Anhänger zuzuschicken, denn die beiden Händler in Göttingen hatten Lieferzeiten von 3-4 Monaten. Der Preis war allerdings nicht verhandelbar, da der Händler angab, die Vertriebserlaubnis zu verlieren, sollte es herauskommen, dass er den Anhänger unter dem Listenpreis anbietet. Hier in den USA hat der Anhänger nun knapp halb so viel gekostet, wie er momentan in Deutschland kosten würde, konnte im Internet bestellt werden und war weniger als 48 Stunden nach der Bestellung einsatzbereit. Gut, der Dollar hat gegenüber dem Euro wieder etwas an Wert verloren. Dieser deutliche Preisunterschied lässt sich allerdings nur schwer mit Wechselkursschwankungen und Transportkosten über den Atlantik erklären.

Der neue Anhänger scheint viel kleiner zu sein als das ein Jahr ältere Modell. Allerdings ist Jakob der Vergleichsmaßstab und der ist (obwohl eher im unteren Körpergrößen-Perzentilenbereich) deutlich gewachsen. Der Größenunterschied ist also nicht real, beide Modell sind genau gleich groß und gleich schwer. Aber sonst fallen ein paar kleine und objektive Unterschiede zwischen den Modellen 2009 und 2010 auf. Um den Einstieg in den Wagen für Kinder etwas zu erleichtern, wurde die vordere Begrenzung des ohnehin knapp bemessenen Fußraums abgesenkt. Damit hat man kaum noch die Möglichkeit, etwas dort zu verstauen – unser Hauptstauraum, als Jakob noch in der für Babys entwickelten Hängematte mitfuhr. Das Verdeck wird nur noch über Haken an einer dünnen Alustange und nicht mehr mit Klettverschluss befestigt. Der Klettverschluss war zwar etwas „fummelig“, ließ sich aber nicht durch Kinderfüße auftreten. Ob das ein relevantes Problem ist, wird der Praxistest zeigen. Aber wenn es die Möglichkeit gibt, irgendwo dagegenzutreten, werden Kinderfüße das tun. Auch bietet sich diese Stange direkt dafür an, mit dem gesamten Gewicht, das Kinder auf die Waage bringen, draufzusteigen – und das nicht nur einmal, sondern bei jedem Ein- und Aussteigen sowie „Beklettern“ des Anhängers. Auf den ersten Blick sieht sie nicht stabil genug aus für diese (aus Kinderaugen betrachtet) sicherlich völlig einleuchtende Funktion. Und noch an einer anderen Stelle wurde mit Klettverschluss gespart (ist Klettverschluss so teuer?): Die durchsichtige Plastikabdeckung über dem Fliegen-/Staubgitter des Anhänger-Verdecks war beim älteren Modell rundherum mit Klettverschluss am Verdeck befestigt. Nun ist das nur noch am unteren Ende der Fall, aber nicht mehr an beiden Seiten. Die Klettverschlussbefestigung v.a. an beiden Seiten hatte 2 Vorteile: Man konnte, bei etwas kühleren Temperaturen die Plastikabdeckung nur ein wenig lösen und damit nur wenig kühle Zugluft in den Anhänger lassen. Jetzt muss man die Plastikabdeckung entweder ganz unten lassen oder ganz entfernen – sie wird nicht mehr durch den Klettverschluss an der Seite gehalten, auch wenn das untere Ende gelöst und zurückgeklappt wurde. Bei leichtem Regen hat der Klettverschluss die Tropfen außerdem eine ganze Weile daran gehindert, ihren Weg ins Anhängerinnere zu finden. Diese Barriere fällt nun vollständig weg und man wird auch bei leichterem Regen um die mit Zusatzkosten verbundene Chariot Regenabdeckung nicht herumkommen, von dem zusätzlichen Gegenstand ganz zu schweigen, den man dann immer auch noch mitnehmen muss. Immerhin hat unser neuer Anhänger aber nicht mehr die in Deutschland nur lieferbare Farbe (knallrot), sondern ein schönes Olivgrün.

Ob diese Punkte nun wirklich praxisrelevant sind, werde ich zu einem späteren Zeitpunkt nachberichten…

  1. Oh, wie schön!

    (Ich meine natürlich nuuuur den neuen Fahrradanhänger…😉 )

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