stettnersinusa

Schüsse auf dem Spielplatz

In Uncategorized on 25. März 2010 at 13:18

Schüsse auf dem Spielplatz – hört sich an wie der Titel eines mäßigen Tatorts. Wir haben vor kurzem entdeckt, dass die ARD den aktuellen Sonntags-Tatort 5 Tage lang zum Streamen auf der ARD Mediathek freischaltet, und haben die letzten beiden Tatorte ein wenig zeitversetzt gesehen. Waren die Tatorte schon immer so schlecht???

Aber zurück zu den Schüssen. Es war nur ein Schuss. Direkt neben dem Spielplatz im Clark Park auf einem Basketballplatz. Dort löste sich am vergangenen Samstag beim Spielen (Basketball oder mit der Pistole?) ein Schuss und ging ins Bein des Pistolenbesitzers. Die auf dem angrenzenden Spielplatz anwesenden Eltern waren natürlich sehr verunsichert, hätte der Schuss ja auch eines der vielen Kinder treffen können.

Nun entspinnt sich in diversen Emailverteilern eine zutiefst amerikanische Diskussion über die Frage: Wie können die Spielplätze sicherer werden? Die Diskussion dreht sich v.a. darum, ob man nicht fordern sollte, Spielplätze in Zukunft durch die Anwesenheit eines Polizisten zu schützen. Nur ganz leise wird gefragt, ob es nicht sinnvoller wäre, auf Spielplätzen Schusswaffen zu verbieten.

Im Labor haben wir darüber gesprochen. Die einzige in Amerika geborene meinte, die Amerikaner wären mehr als nur verärgert, würde man ihnen verbieten, sich überall (also auch auf dem Spielplatz) selbst verteidigen zu können – mit Schusswaffen.

Ein paar Stories hierzu, die wir in der Zeitung aufgeschnappt haben: Pennsylvania wollte den legalen Waffeneinkauf auf eine Schusswaffe pro Monat (!) beschränken. Dies ging im Parlament nicht durch, weil argumentiert wurde, man könne ja einfach nach New Jersey fahren und dann dort die darüber hinaus notwendigen Waffen kaufen. Im Winter fühlte sich ein Mensch durch die Kinder, die vor seiner Haustür eine Schneeballschlacht veranstalteten, gestört. Kurzentschlossen nahm er an der Schlacht teil und erschoss ein Kind (nicht mit dem Schneeball, sondern mit seiner legalen Pistole). Chicago ist eine der wenigen Städte, in denen das Mitführen von Schusswaffen in der Öffentlichkeit verboten ist. Gerade läuft deswegen eine Verfassungsklage gegen Chicago. Das selbe betrifft die Amtrak-Züge (entspricht in etwa der Deutschen Bahn), die vom Unternehmen vor einigen Jahren zur waffenfreien Zone erklärt wurden. Eine Professorin, deren befristeter Vertrag nicht verlängert wurde, erschoss während der Konferenz, auf der ihr dies mitgeteilt wurde, kurzerhand einige ihrer Kollegen. In diesem Fall war der Waffenbesitz illegal, weil nicht gemeldet, die Toten aber doch sehr real… In Philadelphia wird jeden Tag mindestens ein Mensch erschossen, womit Philadelphia zu den gefährlicheren Städten der USA gehört.

Übrigens: Diese Geschichte wurde ein wenig überzogen dargestellt! Der Inhalt entspricht aber der von uns „wahrgenommenen Wahrheit“…

  1. Lieber Georg,
    zwischendurch ein kleiner Gruß und gute Wünsche für schöne Osterfeiertage. Nach Ostern werde ich auch mal wieder in der Neuropatho reinschauen – dort beginnen offenbar langsam die Aufräumarbeiten….
    Herzliche Grüße Rüdiger

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