stettnersinusa

Das Ende des Blogs

In Uncategorized on 4. November 2012 at 08:56

Manche Blogleser werden sich inzwischen gefragt haben, ob und wie es mit dem stettnersinusa-Blog weitergehen wird. So langsam sind wir endgültig in Deutschland angekommen. Seit ein paar Tagen arbeite ich wieder in der Klinik. Ende November können wir in unsere neue Wohnung einziehen. Und sogar unsere Überseekiste ist kürzlich angekommen. Wir haben sie zu unserem Umzugsunternehmen umleiten lassen, bei dem auch noch unser gesamter Hausrat aus alten Zeiten lagert. Die Überseekiste benötigte für den Weg über den Atlantik und nach Göttingen nun so lange, dass wir keine Lust dazu haben, die vielen Kisten in der Kiste auszupacken, um sie nach einigen Tagen wieder einzupacken und in die neue Wohnung zu transferieren. Unser USA-Abenteuer hat damit ein vorläufiges Ende erreicht.

Deutschland. Ja, Deutschland hat uns schnell wieder absorbiert. Dabei fällt uns manches mit unserem über 3 Jahre amerikanisierten Blick negativ auf: Die rasenden und rücksichtslosen Autofahrer z.B., oder dass überall und auch in unmittelbarer Nähe von Kindern hemmungslos geraucht wird (der Raucherpavillon des Uniklinikums befindet sich beispielsweise so gut wie auf dem Spielplatz der Kinderklinik). Man mag von der amerikanischen Oberflächlichkeit und den dazugehörenden Alltagsfloskeln halten, was man mag. Aber sie führt wohl dazu, dass in vielen Situationen, in denen in Deutschland die Stimmung kippt, jemand gereizt oder rücksichtslos reagiert, drängelt, Kinder oder Hilfsbedürftige genervt auf eine niedrigere Stufe setzt, noch längst eine gewisse freundliche Gelassenheit besteht – Oberflächlichkeit hin oder her. Vieles andere genießen wir dagegen sehr: Spielplätze, Einkaufsmöglichkeiten, den breiten öffentlichen Wohlstand, Schwimmbad, kurze Wege, dass sich das Leben viel mehr im öffentlichen Raum abspielt samt Anwesenheit von Kindern, Johannas und Jakobs Kindergarten,… Wir vermissen natürlich unsere Freunde in Philadelphia, unsere recht sorglose Alltagsroutine und die viele Zeit, die wir in Philadelphia hatten, die Foodtrucks auf dem Campus und Halloween. Die Halloweenparty im neuen Kindergarten war zwar sehr schön. Jakob meinte aber: “Ich mag mal wieder richtiges Halloween!”

Firefighter Jakob

Aber zurück zum Blog: Wir haben schon vor einiger Zeit beschlossen, dass es einen “stettnersindeutschland”-Blog nicht geben wird. Vieles Privates und Berufliches, über das wir jetzt berichten könnten, würde eigentlich den Schutz der räumlichen Distanz oder Anonymität benötigen. Mit zumindest zwiespältigem Gefühl verfolge ich einige Familienblogs, die einen Rest an Anonymität insbesondere der Kinder im WWW nicht wirklich erreichen können oder wollen. Goo.gle und Co haben selbst mir ohne jegliche negativen Absichten ermöglicht, so manche Pseudoanonymisierung auf einigen Blogs zu knacken… Darüber hinaus ist der Zeitaufwand, der mit dem mehr oder weniger regelmäßigen Führen eines Blogs verbunden ist, einfach sehr groß. Trotzdem: Es hat sehr großen Spaß gemacht, dieses Blog zu führen. Auch wenn ein Blog wohl nur selten das wirkliche Leben widerspiegelt – ein paar Schicksalsschläge, die nervigen Seiten des Alltags, so manche innerfamiliären Spannungen, etc. erscheinen nicht oder allenfalls zwischen den Zeilen in unserem Blog – das stettnersinusa-Blog ist für uns selbst ein tolles Tagebuch geworden. Nicht selten ertappe ich mich dabei, im Archiv zu schmökern, alte Bilder durchzusehen und Berichte zu lesen. Wir haben über das Blog einige nette Bekannt- und Freundschaften geschlossen. Über 300 Einträge und Berichte sind entstanden. Tausende Fotos haben wir mit unseren Blog-Lesern geteilt. Über 35.000 Mal ist unser Blog aufgerufen worden. Besucher aus über 50 Ländern sind auf unseren Seiten gelandet, allen voran natürlich aus Deutschland und den USA. Die “verkehrsreichsten” Tage lagen um Johannas Geburt und dann noch einmal ohne erkennbarem Anlass im Februar 2012. Manchmal wäre es spannend gewesen, zu erfahren, wer bei stettnersinusa mitliest. Und vielleicht wollen Sie uns das ja noch verraten? Das geht sehr einfach: Am Ende jedes Eintrags gibt es eine Möglichkeit, einen Kommentar abzugeben oder eine kurze Nachricht zu schicken…

Vielleicht werden wir in größeren Abständen per Email mit den schönsten Fotos über unseren Alltag und Neuigkeiten berichten. Ohne Gewähr, dass diese Email-Updates tatsächlich erfolgen: Wer Email-Updates erhalten möchte, darf uns gerne eine Email-Adresse mitteilen (entweder über die Kommentarfunktion oder per Email, meine Email-Adresse ist hier zu finden). Und auch, wenn das jetzt ein wenig schwer fällt:

Take care and bye-bye!

  1. Och, schade…!

    (Auch wenn ich die Beweggründe gut verstehen kann – aber gerade dieses “Wie fühlt es sich an nach so vielen Jahren im Ausland” würde mich sehr interessieren. Auch gerade deshalb, weil eben die meisten Blogs genau an diesem Punkt aufhören.)

    Alles Gute für euch!

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